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„KULT“: Songs und ihre Geschichten

Nena Foto BMC

Manchmal sind es spontane Eingebungen der Songtexter, manchmal aber tiefgründige Geschichten, die Songs zu Evergreens machen. Und oft bewegt die Geschichte hinter dem Hit die Menschen noch mehr als die Musik selber.

Der italienische Ausruf „Mamma Mia“ war beispielsweise der Anlass für den gleichnamigen Welthit von ABBA. Anscheinend soll Manager Stig Andersson diese Idee gehabt haben und der Erfolg gab ihm Recht. Aber auch zeitgeschichtliche Themen sind oft Grundlage für einen Songtext. Der weltweit wohl erfolgreichste deutsche Hit ist Nenas99 Luftballons“ (Foto oben). Mit dem Song traf sie den Nerv der Zeit, denn die Angst vor einem Atomkrieg war aktueller denn je.

Ein Symbol für die Friedensbewegung

Die Idee zu den Zeilen kam dem Gitarristen Carlo Karges bei einem Konzert der Rolling Stones in Westberlin. Gegen Ende des Abends flogen tausende Luftballons in den Berliner Abendhimmel und Karges fragte sich: Was würde wohl passieren, wenn einige der Ballons in Ostberlin landen würden? Der Song wird zum Symbol für die Friedensbewegung und zum weltweiten Hit!

Markus Mörl Foto Jean M. Laffitau

Freie Fahrt für freie Bürger

Markus Mörl (Foto Mitte), der hessische Sänger und Songschreiber, steht mit „Ich will Spaß“ für zwei Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts. Der Erfolg kommt für ihn wie aus dem Nichts, leider ist der Hype um seine Person und seine Musik jedoch genauso schnell wieder vorbei, wie er gekommen ist. Text und Musik des provokanten Liedes – immerhin gab es zuvor zwei Ölkrisen und Sonntagsfahrverbote – sind auch heute noch unerwartet aktuell: Seine Benzinpreisvorhersage von 1982 wurde im Sommer 2008 Realität. „Und kostet das Benzin auch 3 Mark 10, scheißegal, es wird schon gehen…“ Die ironische Propaganda von „Freie Fahrt für freie Bürger“ wurde damals nicht von allen verstanden – der österreichische Rundfunk spielte „Ich will Spaß“ nicht, aus Angst, die Autofahrer könnten zum gefährlichen Rasen animiert werden. Na dann, gute Fahrt!

Falco

Ein Popstar aus der Rokoko-Zeit

Mit „Rock me Amadeus“ eroberte Falco (Foto unten) im Jahr 1985 nicht nur in seiner Heimat Österreich und in Deutschland Platz eins, sondern auch in den USA, sowie Großbritannien. Der Künstler selbst rechtfertigte seinen Erfolg damals mit den Worten: „Ich glaube, dass mir Eines gelungen ist: Mit Amadeus eine Idol-Figur, einen Popstar aus der Rokoko-Zeit in die Jetzt-Zeit zu übertragen“. Es war aber nicht allein Falcos Verdienst, dass der große Mozart damals Mitte der 1980er-Jahre, fast 200 Jahre nach seinem Tod, wie ein Popstar gefeiert wurde. Der weltweite Erfolg des Films „Amadeus“ brachte die Songwriter des Hits nämlich erst auf diese grandiose Idee, einen Popsong über den geheimnisvollen Wolfgang Amadeus Mozart zu schreiben.

„KULT“: Songs und ihre Geschichten
Freitag, 8. Dezember, 20:15 Uhr

(Foto Nena: BMC;
Foto Markus Mörl: Jean M. Laffitau
)

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