Jetzt auf Sendung

Falco

Falco

Johann Hölzel, wie Falco mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren. Eigentlich hatte seine Mutter Drillinge erwartet, aber zwei Kinder hatte Maria Hölzel bereits im dritten Monat verloren. Das Musikinteresse war beim kleinen Hans schon früh erkennbar, denn bereits vom Gitterbettchen aus dirigierte er zur Radiomusik ein imaginäres Orchester. Zu seinem vierten Geburtstag erhielt er einen Stutzflügel geschenkt und nahm zweimal in der Woche Musikunterricht. Schon nach kurzer Zeit konnte er Schlager nach Gehör nachspielen.

Ab September 1963 ging er auf eine angesehene Privatschule für Pianisten und ab 1967 besuchte er das Rainer-Gymnasium in Wien. 1968 verließ sein Vater die Familie, was für Falco, der zwar immer vorgab, dass ihm die Trennung der Eltern nichts ausmache, ein ziemlicher Einschnitt war. Nachdem er in der 5. Klasse über 400 unentschuldigte Fehlstunden angehäuft hatte, stellte ihn seine Mutter vor die Wahl: Klasse wiederholen oder arbeiten gehen – Falco entschied sich fürs Arbeiten. So verließ er 1973 das Gymnasium und begann auf Drängen der Mutter eine Ausbildung als Bürokaufmann, die er jedoch auch wieder abbrach.

Mit 17 Jahren stieg er als Bassist in die Band „Umspannwerk“ ein. Nach seinem achtmonatigen Präsenzdienst beim Bundesheer studierte er drei Semester am Wiener Jazz-Konservatorium. Weil ihn die Berliner Musikszene faszinierte, zog Falco für einige Monate nach West-Berlin. Am 1. Januar 1977 verfolgte er eine TV-Übertragung des „Neujahrsspringen“, bei dem ihn der DDR-Skispringer Falko Weißpflog begeisterte. Hans Hölzl beschloss sich künftig das Künstlerpseudonym Falco zuzulegen.

Falco

In Wien trat Falco dem Ersten Wiener Musiktheater (später Hallucination Company), einem avantgardistischen Rocktheater, bei. Als er 1978 mit der Band auf Tour ging, entwickelte Falco sein typisches Outfit, das später zu seinem Markenzeichen werden sollte: Edler Anzug, kurz geschnittene mit viel Gel nach hinten frisierte Haare und Sonnenbrille. In einer Band, die aus langhaarigen Mitgliedern bestand, die alle lässige Kleidung trugen, fiel er damit auf.

Außerdem spielte er auch noch in der neu formatierten „Anarcho-Combo“ Drahdiwaberl.

1979 verließ Falco die Hallucination Company und stieg kurze Zeit später als Bassist bei der Gruppe Spinning Wheel ein. In dieser Band, die unter anderem auch Song der Bee Gees und von Rod Steward coverte, sang Falco erstmals wirklich und entfaltete dabei seinen unnachahmlichen Stil.

Im Jahr 1981 gelang Falco der Durchbruch als Solokünstler. Der Wiener Plattenproduzent Markus Spiegel erkannte das Talent von Falco und schloss mit ihm einen Vertrag über drei Solo-LPs ab. Spiegel brachte den jungen Musiker mit dem Produzenten Robert Ponger zusammen. Sie produzierten den Titel „Der Kommissar“, der Falco den großen Durchbruch bescherte. „Der Kommissar“ avancierte nicht nur zum europaweiten Hit, er schaffte, was zuvor nur der Gruppe Kraftwerk gelungen war: Er belegte mit deutschem Text einen Platz in den US-Charts. Insgesamt verkaufte sich der Song weltweit etwa sieben Millionen Mal.

Falco

Natürlich ließ das dazugehörige Album nicht lange auf sich warten, das den Titel „Einzelhaft“ erhielt. 1984 kann das zweite Album „Junge Roemer“, natürlich wieder von Robert Ponger produziert, auf den Markt. Leider erreichte diese LP nicht die Verkaufszahlen, die ihr aufgrund des vorhergehenden Erfolgs, prognostiziert worden waren. Nach dem Flop von „Junge Roemer“ wechselte Falco zu den niederländischen Produzenten Rob und Ferdi Bolland. Sie produzierten das Album „Falco 3“. Der erfolgreiche Film „Amadeus“ von Milos Forman inspirierte die Brüder zu dem Popsong „Rock Me Amadeus“ – der ersten Singleauskopplung, die 1985 erschien.

  „Rock Me Amadeus“ trat seinen Siegeszug durch die ganze Welt an. Falcos erfolgreichstem Hit gelang, was noch kein deutschsprachiger Titel geschafft hatte, er belegte 1986 für drei Wochen Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts. Im Herbst 1986 erschien das vierte Album des Weltstars: „Emotional“. Im Anschluss daran ging Falco auf Welttournee, die ihn sogar nach Japan führte. Falco, von großem Heimweh geplagt, entschied sich gegen ein Weltstar-Dasein, das stets länger Auslandsaufenthalte bedeutet hätte. 1988 erschien das Album „Wiener Blut“, das jedoch kein großer kommerzieller Erfolg wurde. Weil es mit den Bolland-Brüdern nicht mehr so klappte, beendete Falco kurzerhand die Zusammenarbeit. Zwei Jahre später erschien das Album „Data de Groove“, das Falco wieder mit seinem „alten“ Produzenten Robert Ponger produziert hatte. 1992 kam das Album „Nachtflug“ auf den Markt, mit dem er zumindest in Österreich wieder an alte Erfolge anknüpfen konnte. Dem Druck seiner neuen 1995 veröffentlichten Falco-Single, einer Techno-Version des Gassenhauers „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, wirkte er mit dem Pseudonym T>>MA (Wortspiel zu „Thema“) entgegen.

Falco

Mit diesem Song erreichte Falco gute Hitparaden-Platzierungen in Deutschland und Österreich. 1996 erschien der Titel „Naked“, der die Erfolgsaussichten des neuen Albums „Egoisten“ ausloten sollte. Doch während das Lied sich in Österreich recht gut platzieren konnte, wurde es in Deutschland ein Misserfolg. „Naked“ war der letzte Song, den Falco zu Lebzeiten veröffentlichte. Am 19. Februar 1997 feierte mit einem großen Fest seinen 40. Geburtstag.

Am 6. Februar 1998 verunglückte er bei einem Autounfall in seiner Wahlheimat, der Dominikanischen Republik, tödlich. Das wenige Wochen nach seinem Tod veröffentlichte Album „Out Of The Dark" (Into The Light) wurde ein großer Erfolg. Es gab weitere posthume Veröffentlichungen, eine Multimediashow „F@alco - A Cyber Show“ und ein Musical „Falco Meets Amadeus“. Der Name Falco steht nach wie vor für einen Ausnahmekünstler, der Musikgeschichte geschrieben hat.

Der Mensch Falco kam jedoch mit dem großen Erfolg nicht zurecht und versuchte deshalb, seine Schwermut, die sowohl durch private als auch berufliche Rückschläge aufkam, immer wieder mit Tabletten und Alkohol zu bekämpfen.

Die offizielle Website von Falco:

www.channel21.de
GLTV auf amazon channels