S.T.S
S.T.S. steht für Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz (der eigentlich Helmut Röhrling heißt).
Die über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte Austropop-Formation wurde von den drei aus der Steiermark stammenden Musikern 1978 gegründet.
Viele ihrer Lieder avancierten zu Hymnen, die aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken sind. Da wäre ihr größter Erfolgstitel „Fürstenfeld“, der immer noch jedes Bierzelt zum Brodeln bringt, oder das Gute-Laune-Lied „Da kummt die Sunn“, ein mit deutschem Text versehenes Beatles-Cover.
Nicht vergessen werden darf der generationenübergreifende Titel „Großvater“ oder die Ballade „Überdosis G’fühl“, ebenso wenig wie der Song, der vielen, die vom Aussteigen träumen, aus der Seele spricht: „Irgendwann bleib i dann dort“.
Ihr Erfolgsrezept: Akustische Gitarren, authentische Texte, die im Steiermark-Slang vorgetragen werden, dreistimmig gesungene Refrains und eine sich selbst treu bleibende, eigene musikalische Linie.
1975 schlossen sich die drei Künstler zum ersten Mal zusammen. Ihr erster öffentlicher Kurzauftritt fand in Graz im Rahmen des „Forum Stadtpark“ statt. Nach dem nächsten „richtigen“ Auftritt des Trios im Dezember des gleichen Jahres, gab es eine kleine, auf die Region beschränkte, erfolgreiche Tournee. 1976 trennte sich das Trio schon wieder und stellte mit dieser Entscheidung die jeweilige musikalische Laufbahn auf eine harte Probe.
Nach erfolglosen Solokarriereversuchen, Gelegenheitsjobs und Auslandsaufenthalten, trieb es alle drei im Jahr 1978 wieder in die Heimat zurück, wo sie sich endgültig zu S.T.S zusammenschlossen.
Am Anfang ließ der Erfolg noch auf sich warten. Die erste 1979 erschienene Single „Matter Of Sex“ wurde ein Flop. Im gleichen Jahr ging die Erste Allgemeine Verunsicherung (E.A.V.) auf eine Tournee, bei der sich S.T.S. kurzerhand anschloss.
1980 produzierte Ariola eine Single mit S.T.S., auf deren A-Seite „Da kummt die Sunn“ und auf der B-Seite „“Geht’s Da guat“ zu hören waren. „Da kummt die Sunn“ wurde zwar von den Radiosendern gespielt, verkaufte sich aber leider nicht gut. Auch die 1981 produzierte LP „Gegenlicht“ brachte nicht den gewünschten Durchbruch. Die auf eigene Faust aufgenommene Single „Automaten-Karl“ verkaufte nur wenige Exemplare. Die Gruppe trennte sich von der E.A.V., um die eigene Karriere besser vorantreiben zu können.
Da inzwischen auch der Vertrag mit Ariola beendet war, produzierten sie in einem kleinen Tonstudio den Titel „Irgendwann bleib i dann dort“, dessen Erfolg sich mit 5.000 verkauften Exemplaren zunächst noch nicht so richtig einstellen wollte.
1984 beschloss die Gruppe – sollte die Karriere bis zum Jahresende nicht in Schwung kommen – sich zu trennen. Doch dann bot ihnen das Wiener Plattenlabel Amadeo an, eine LP zu finanzieren. Nachdem zehn Lieder fertig gestellt waren, erfuhren die Musiker von der Plattenfirma, dass noch Platz für einen weitern Song auf dem Album, das den Titel „Überdosis G’fühl“ tragen sollte, wäre. Da erinnerte sich Schiffkowitz an ein von Josef Jandrisits komponiertes Lied. „With A Little Help“ wurde mit Erlaubnis des Originalkomponisten neu arrangiert und mit einem deutschen Text versehen: „Fürstenfeld“ wurde die erste Single-Auskopplung der neuen LP. Von der Single wurden 140.000 Exemplare verkauft, von der LP 70.000 – der Durchbruch war geschafft.
Die nächste LP erhielt den Titel „Grenzenlos“. Sie verkaufte sich so gut, dass S.T.S. vierfach Platin dafür bekam. Auf diesem Album war der vor zwei Jahren bereits veröffentlichte Song „Irgendwann bleib in dann dort“, der 12 Wochen Platz 3 der österreichischen Hitparade belegte.
1986 absolvierte das Trio seine bisher größte Tournee, die sie auch nach Deutschland, in die Schweiz und nach Liechtenstein führte.
1987 erschien mit „Augenblicke“ das vierte Album. Nach der folgenden ausverkauften Tournee legte S.T.S. eine zweijährige Pause ein, die mit dem Erscheinen einer neuen LP mit dem Titel „Jeder Tag zählt“ und einer Tournee beendet wurde.
Der für S.T.S. typische Arbeitsrhythmus stellte sich ein: Nach einer Plattenproduktion, ging die Gruppe auf Tournee, an die sich wiederum eine mehrmonatige Pause anschloss. Es folgten 1992 das Album „Auf a Wort“ und 1993 „Rosegger“, das vertonte Gedichte des Schriftstellers Peter Rosegger enthielt und anlässlich der steirischen Landesausstellung veröffentlicht wurde.
1995 setzte S.T.S. seine Erfolgsgeschichte mit einem neuen Album fort, das den Titel „Zeit“ trug. Daran schloss sich die bisher erfolgreichste Tournee an.
1998 erschien das Album „Volle Kraft“.
Da das Interesse der Medien an der Band langsam nachließ, begann das Trio sich mehr und mehr, auf ihre nach wie vor erfolgreichen Tourneen zu konzentrieren.
So erschien erst 2003 das nächste Album: „Herzverbunden“ wurde in Konzerten, die vom Herbst 2004 bis zum Sommer 2005 stattfanden, live präsentiert.
Im August 2007 kam das neue S.T.S.-Album „Neuer Morgen“ auf den Markt, aus dem der Titel „Ende nie“ als Single vorab ausgekoppelt wurde. Die Reaktion der Radioanstalten auf das Lied war eher verhalten, denn es thematisiert den Konflikt zwischen dem Islam und der westlichen Welt.
Dem Erfolg von S.T.S. tat dies jedoch keinen Abbruch. Ihre Konzerte sind nach wie vor ausverkauft, ihre Fans bleiben ihnen treu.
Und so konnte auch das Jubiläumsalbum „STS – Die größten Hits aus über 30 Jahren Bandgeschichte“ am 14. Oktober 2011 erscheinen. Derzeit befindet sich das Trio noch auf Abschiedstournee, doch die Fans hoffen natürlich, dass S.T.S. sich mehr als einmal von ihnen verabschieden werden.








