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Anna Depenbusch – "Das Alphabet der Anna Depenbusch"

17. März 2017

Anna Depenbusch Cover Das Alphabet der Anna Depenbusch

Auch auf ihrem neuen Album brilliert Anna Depenbusch mit stilistisch vielfältigen Songs, bei denen sich Text und Musik gegenseitig befeuern.

Die Erfolgsgeschichte von Anna Depenbusch ist nicht nur eine der beeindruckendsten der vergangenen Jahre, sondern auch eine der ungewöhnlichsten. Denn damit war nicht zu rechnen, dass diese Sängerin, Pianistin, Songwriterin und Produzentin mit ihrer Musik, die stromlinienförmigen Charts-Kriterien nicht gerecht wird, so durchstarten würde. Doch genau das ist geschehen, seitdem sie 2005 ihr Debütalbum „Ins Gesicht“ veröffentlichte, dem zwei weitere folgten, bevor nun mit „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ endlich neues Material der mittlerweile 39-jährigen Hamburgerin vorliegt.

Anna Depenbusch Foto Goldwerk Photography

Und ihr Erfolg liegt vielleicht auch daran, dass die alte Showbiz-Wahrheit von der Qualität, die sich am Ende durchsetze, eben doch noch gültig ist. Wer auch nur einen ihrer Songs hört, der erkennt diese Qualität und erlebt eine ausdrucksstarke Sängerin, eine begnadete Klavierspielerin und eine genialische Songschreiberin. Und Anna Depenbusch ist sich auf ihrem neuen Album insofern treu geblieben, dass sie noch immer „zu gern zwischen den Stühlen sitzt, der Vielfalt wegen“, wie sie selber sagt. Entsprechend bieten die elf neuen Songs ein stilistisch breit gefächertes Spektrum, das von Chanson über Liedermacher bis zu Pop und zurück reicht.

Anna Depenbusch Foto Goldwerk Photography

Auch bei den jüngsten Songs brilliert sie wieder als grandiose Geschichtenerzählerin, die für die ewigen Themen wie die Suche nach der Liebe oder das Streben nach Freiheit immer wieder neue, noch nicht abgenutzte Sprachbilder findet. So schafft sie es, bei „Alphabet“ anhand aller Buchstaben des Alphabets eine moderne Beziehungsgeschichte zu erzählen (man höre selbst, wie mühelos sie den Buchstaben „y“ für „Yuppiegehabe“ dort einbaut) und bei „Schönste Melodie“ zwei Noten aus einer Symphonie mit zwei Liebenden zu vergleichen. Und während sie in „Fürimmersekunde“ die Kraft reinster Gegenwart heraufbeschwört, singt sie bei der ersten Single, „Alles über Bord“, euphorisch über die eigene Neuerfindung, für die man vermeintlich wichtigen Statussymbole gar nicht braucht.

Anna Depenbusch Foto Goldwerk Photography

Und das Schöne bei Anna Depenbusch ist, dass die Texte zu keinem Moment die Musik überlagern. Stattdessen ermöglichen die ausgeklügelten Arrangements, bei denen man auch beim zehnten Hören immer neue Details entdeckt, eine sich gegenseitig befeuernde Symbiose aus Wort und Musik – eine Eigenschaft ihrer Songs, die sie mit Annett Louisan oder Ina Müller teilt, die wie Depenbusch ihre Karriere nicht von ungefähr auf dem mittlerweile eingestellten Label 105 Music begannen.

Anna Depenbusch Foto Goldwerk Photography

Und wie die beiden Sängerinnen setzt Anna Depenbusch dabei auf einen handgemachten, analogen Sound, der Platz lässt auch für melancholische Streicher („Wieder Winter“), funky Bläser („Kopf frei“), einen treibenden Bass („Frauen wie Sterne“), Bandeon und Toypiano („Schönste Melodie“), ein jazziges Schlagzeug („Stadt Land Fluss“) und natürlich das von ihr selbst formvollendet gespielte Klavier. Dabei sind die Songs von Anna Depenbusch noch persönlicher als die ihrer genannten Kolleginnen, einfach weil sie zu 1000 Prozent für ihre Musik und Texte verantwortlich zeichnet und dabei eine ganz eigene Meisterschaft erreicht hat.

Joni Mitchell färbt die Landschaft blau“ dichtet sie einmal in „Stadt Land Fluss“ und man übertreibt nicht, wenn man diesen Verweis auf die legendäre kanadische Singer/Songwriterin auf Anna Depenbusch selber bezieht. Denn beide spielen in einer Liga für sich.

Hier können Sie die CD „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ von Anna Depenbusch direkt bestellen:


(Fotos Anna Depenbusch: Goldwerk Photography)

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