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Hein Simons – „Heintje und Ich“

08. Dezember 2017

Hein Simons Cover Heintje und ich CD

Man kann es nicht anders sagen. Seine neue CD, auf der Hein Simons mit seinem früheren Selbst, dem Kinderstar Heintje, im Duett singt, ist spektakulär.

Es hat in der Musikgeschichte schon einige ungewöhnliches Duettpaarungen gegeben. So sind sich musikalische Welten näher gekommen, wenn etwa Queen-Sänger Freddie Mercury gemeinsam mit Opernstar Montserrat CaballéBarcelona“ anstimmte, oder Luciano Pavarotti gemeinsam mit Bono von U2 sang. Auch die Paarung von lebenden mit verstorbenen Künstlern ist längst nichts Ungewöhnliches mehr – man denke nur an das bewegende „Unforgettable“ von Natalie Cole mit ihrem Vater Nat King Cole oder jüngst die posthume Zusammenarbeit von Helene Fischer und Elvis Presley.

Hein Simons Foto German Popp

Doch beinahe ist man geneigt zu sagen, im Vergleich mit dem neuen Album von Hein Simons zeugt all das von überschaubarer Kreativität. Denn der 1955 im niederländischen Bleijerheide geborene Sänger, der in den 60er-Jahren mit Liedern wie „Mama“ oder „Du sollst nicht weinen“ unter dem Namen Heintje zum wohl größten deutschen Kinderstar aller Zeiten aufstieg, hatte die Idee, mit seinem früheren Selbst zu singen. Gesagt, getan: Gemeinsam mit seinem Produzenten Christian Geller ging Simons ins Studio, um mit den alten, vorab von den Originalaufnahmen extrahierten Gesangsspuren von Heintje als rund 50 Jahre älterer Hein Simons im Duett zu singen. Und was auf dem Papier nach einer großartigen Idee aussieht, ist auch bei der Umsetzung meisterhaft gelungen.

Hein Simons Foto German Popp

Statt einfach nur hier und dort eine zweite Stimme zu ergänzen oder mal eine Strophe im Wechselspiel mit dem jungen Heintje zu singen, kommt es zu einer künstlerischen Begegnung gleichsam auf Augenhöhe. Denn zum einen hat es eine nachgerade magische Qualität, wenn die Stimme des alten und des jungen Hein Simons zusammen erklingen, zum anderen aber – und das ist das Entscheidende am gesamten Projekt – haben sich der Niederländer und sein Texter Tobias Reitz die Mühe gemacht, passgenau neue Strophen zu schreiben, die sich im Wechselspiel mit den bestehenden Zeilen gegenseitig zu inspirieren scheinen.

Hein Simons Foto German Popp

Mal blickt Hein Simons voller Wehmut und mit einem Hauch Sentimentalität auf die glückliche Kinderwelt zurück, mal fügt er an, dass es im Leben eben doch anders kommt, als sich das ein Kinderherz vorstellt. Und wenn sich der kleine Heintje etwa wünscht, doch endlich erwachsen zu sein, weil ihm dann keiner mehr Vorschriften machen dürfe, so entgegnet sein älteres Selbst, dass die Pflichten und fremdbestimmten Aufgaben eines Erwachsenen nicht gerade weniger werden.

Hein Simons Foto German Popp

Diese Zwiegespräche jenseits des Zeitkontinuums bescheren dem Hörer wieder und wieder Gänsehautmomente, weil sie einem selber auch zurückführen in die eigene Kindheit und sich dabei zwangsläufig auch die Frage nach der Vergänglichkeit allen menschlichen Seins stellt. So wird aus „Mama“ – einst ein Liebeslied eines kleinen Jungen an seine Mutter – ein tiefgründiges Gedenken an all unsere Liebsten, die uns schon verlassen haben.

Auch musikalisch ist Hein Simons und seinem Kreativteam eine Begegnung zweier Welten geglückt. Denn die Instrumentierung zu allen Stücken ist komplett neu und findet dabei den goldenen Mittelweg zwischen der damaligen Arrangierkunst und modernen, zeitgemäßen Sounds.

Kurzum: „Heintje und Ich“ ist ein singuläres Meisterwerk, das seinesgleichen sucht und in Sachen Kreativität und künstlerischer Umsetzung Maßstäbe setzt.

Hier können Sie die CD „Heintje und Ich“ von Hein Simons direkt bestellen.


(Fotos Hein Simons: German Popp)

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