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Matthias Steiner – "Zurückgeliebt"

21. April 2017

Matthias Steiner Cover Zurückgeliebt

Die Geschichte des Olympiasiegers ist die sprichwörtliche Ausnahme von der Regel. Denn hier steckt in einem großen Sportler auch ein großer Künstler.

Wenn es um Klischees in der Musik geht, ist wohl nur einer noch stärker vorurteilsbelastet als der singende Schauspieler: der singende Sportler. Und das hat ja oft genug auch einen wahren Kern. Man denke nur an „Gute Freude kann niemand trennen“ von Franz Beckenbauer. Das kann man mögen, das kann man für Kult halten, allerdings wäre es wohl besser gewesen, wenn der Kaiser damals die Fußballschuhe nicht gegen ein Mikrofon getauscht hätte.

Matthias Steiner Foto German Popp

Aber wie immer im Leben ist es wichtig, sich mit dem Einzelfall zu beschäftigen und genauer hinzuschauen. Und bei Matthias Steiner lohnt sich das. Der 34-jährige Ex-Profisportler, der als österreichischer und deutscher, Europa- und Weltmeister sowie 2008 als Olympiasieger im Gewichtheben Geschichte schrieb, hatte schon früh eine Leidenschaft für Musik entdeckt, musste sich aber als Teenager zwischen der tönenden Kunst und seiner anderen Obsession, dem Sport, entscheiden. Der Wiener wählte den Sport und schaffte trotz mehrerer Rückschläge – einer Diabetes-Erkrankung, eines schwierigen Wechsels vom österreichischen zum deutschen Sportbund und des Unfalltods seiner ersten Frau Susanne – unglaubliche sportliche Triumphe.

Matthias Steiner Foto German Popp

Und mit dieser Willenskraft fing er vor einigen Jahren an, aus seiner Musikleidenschaft wieder etwas zu machen. Bei „Inas Nacht“, beim Promi-Gesangswettbewerb „It Takes 2“ und bei Florian Silbereisen gab er kurze Kostproben seines gesanglichen Talents, schließlich fragte ihn eine Plattenfirma, ob man nicht zusammenarbeiten wollte. Jetzt ist nach gut zweijähriger Vorbereitungszeit das Debütalbum, „Zurückgeliebt“, erschienen – und setzt Steiners sportliche Erfolgsgeschichte nun in der Musik nahtlos fort.

Matthias Steiner Foto German Popp

Denn „Zurückgeliebt“ ist ein grandioses Album geworden – tolle Stimme, tolle Songs und tolle Texte. Das mag zum einen daran liegen, dass der gelernte Gas-, Wasser- und Heizungsinstallateur mit absoluten Profis zusammengearbeitet hat. Die Komponisten und Produzenten Christoph Leis-Bendorff und Rudolf Müssig sowie der Texter Frank Ramond (Annett Louisan, Ina Müller, Roger Cicero) haben ihm zwölf Titel auf den mittlerweile wohlgeformten Leib geschrieben (nach dem Ende seiner Sportkarriere hat Steiner beachtliche 45 Kilo abgenommen), die einfach zu ihm passen. Andererseits hat er von sich aus eine so positive und optimistische Lebenseinstellung, dass diese Persönlichkeit allein die Songs zu tragen scheint.

Matthias Steiner Foto German Popp

Dazu passt auch, dass der Sänger und sein Team sich für einen handgemachten Sound mit echten Instrumenten entschieden haben. Programmierte Dance-Beats findet man auf dem Album nicht, auch wenn sich die Urheber beim augenzwinkernden Song „Schuld ist immer nur der Trainer“ die musikalische Freiheit genommen haben, von einem Boogierock-Intro à la ZZ Top überzuleiten zu einer partytauglichen Stadionhymne.

Bei Carmen Nebel hatte Matthias Steiner seine Musik jüngst als „im weitesten Sinne Schlager“ bezeichnet, und wenn man die Melodienverliebtheit und den thematischen Fokus auf die Kraft der Liebe betrachtet, stimmt das auch. Aber im Grunde ist „Zurückgeliebt“ ein starkes Pop/Rock-Album mit überaus persönlichen Songs, die Mut machen, Lebensfreude verbreiten oder auch mal dazu auffordern, innezuhalten. Es lohnt sich eben immer, genauer hinzuschauen. Denn manchmal steckt in einem großen Sportler auch ein großer Künstler.

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(Fotos Matthias Steiner: German Popp)

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