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Rolf Zuckowski trifft Martin Tingvall – „Wär der Himmel immer so nah“

01. Dezember 2017

Rolf Zuckowski und Martin Tingvall Cover Wär uns der Himmel immer so nah

Ein Jazzpianist und ein Kinderliedautor haben ein vielleicht ungewöhnliches, aber wohl auch das schönste Weihnachtsalbum der Saison aufgenommen.

Rolf Zuckowski kennt und schätzt man von seinen Kinderliedern, von Klassikern wie „Du da im Radio“, „… und ganz doll mich“ oder natürlich „In der Weihnachtsbäckerei“ (dazu später mehr), aber der 70-Jährige ist ein Mann mit vielen Talenten. Das gilt auch für den in Schweden geborenen und in Hamburg lebenden Martin Tingvall, der sich als Jazzmusiker mit dem Martin Tingvall Trio einen Namen gemacht hat, aber zugleich mit Künstlern wie Udo Lindenberg oder Gunter Gabriel gearbeitet hat.

Rolf Zuckowski und Martin Tingvall Foto Tine Acke

Deswegen lag im es im Grunde nahe, dass zwei Künstler, die mehr können als das, was man ihnen im allgemeinen zuschreibt, auch einmal zusammenfinden und gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Umso schöner ist dabei, dass diese Zusammenarbeit nun in ein Weihnachtsalbum gemündet ist – allerdings kein alltägliches. Ungewöhnlich daran ist schon, dass es kein klassisches Duettalbum geworden ist, bei dem Tingvall Zuckowski am Klavier begleitet. Stattdessen bietet „Wär der Himmel immer so nah“ insgesamt 17 Songs, von denen sechs Tingvall allein bestreitet, bisweilen dezent begleitet von einem oder mehreren Streichern in Kammermusikmanier.

Rolf Zuckowski und Martin Tingvall Foto Tine Acke

Bei den übrigen elf Liedern hört man Zuckowski zusammen mit einer Handvoll Musikern, wobei ihm ab und an seine Tochter Anuschka als Sängerin zur Seite steht, die zudem zwei Stücke als Solistin bestreitet. Doch gerade dieses Wechselspiel aus instrumentalen Klaviertiteln, bei denen Tingvall in seinem ganz eigenen Piano-Stil einige der von Zuckowski geschriebenen Weihnachtstitel wie die besagte „Weihnachtsbäckerei“ umspielt, und den nicht minder besinnlichen Liedern von Zuckowski macht den Zauber des Albums aus.

Martin Tingvall hat einen pianistischen, verträumten und verspielten Zugang zu meinen Stücken gefunden“, sagt Zuckowski. Seine neoklassizistischen Interpretationen „knüpfen an die weihnachtlichen Kindheitserinnerungen der Hörer an und erschließen doch eine ganz andere und erwachsene Dimension“.

Rolf Zuckowski Foto BMC

Und um diese erwachsene Perspektive geht es auch in den übrigen, von Zuckowski selber gesungen Stücken. Einmal mehr erweist sich der Künstler, der vor einigen Jahren von den großen Bühnen Abschied genommen hat, als ein veritabler Poet, der mit wenigen wohlgesetzten Worten versunkene Weihnachtswelten aus Kindheitstagen wieder hervorbringen kann.

Dabei geht es Zuckowski jedoch nie um pure Nostalgie. Vielmehr will er die alten Erinnerungen und Gefühle in die Gegenwart holen, damit sie dort wirken – im Kreis der Liebsten oder auch bei einem selber. Wer es „noch mal mit Weihnachten versucht“, wie er es in einem Gedicht am Ende des Albums selber formuliert, wer statt Hektik und Geschenke sich Zeit nimmt für die wahren Weihnachtsgefühle, dann „geschieht es, dass man noch Wunder sieht“, wie Zuckowski es in „Dezemberträume“ auf den Punkt bringt.

Rolf Zuckowski Foto BMC

Und es passt zu dem die Gemeinschaft betonenden Weihnachtsalbum, dass eines der schönsten Lieder von seiner Tochter gesungen wird. In „Und wenn er wirklich wiederkäm' ...“ wird es unterschwellig politisch, wenn Anuschka darüber singt, wie es denn wäre, wenn Jesus als Fremder, mit vielleicht dunkler Hautfarbe, zurückkehrte.

Das Album heißt nicht ohne Grund „Wär uns der Himmel immer so nah“, weil es die Frage stellt, wie man das Weihnachtsgefühl auch im restlichen Jahr leben kann. Mithilfe dieses wunderbaren Albums könnte das funktionieren.

Hier können Sie die CD „Wär der Himmel immer so nah“ von Rolf Zuckowski trifft Martin Tingvall direkt bestellen.


(Fotos: Rolf Zuckowski und Martin Tingvall: Tine Acke;
Fotos Rolf Zuckowski: BMC
)

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