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Sasha – “Schlüsselkind“

13. April 2018

Sasha Cover Schlüsselkind

Auf seinem ersten deutschsprachigen Album singt Sasha so überzeugend in seiner eigenen Muttersprache, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte.

Als 2015 mit „Muttersprache” das erste deutschsprachige Album von Sarah Connor erschien, waren die ersten Reaktionen zunächst einmal skeptisch. Doch dann schlug die Überraschung, dass eine auf Englisch auch international erfolgreiche Künstlerin es auf Deutsch probiert hatte, in Zustimmung und Begeisterung um. Am Ende standen jedenfalls ein Multi-Platin-Album und ausverkaufte Tourneen. Und Sarah Connor war nicht die Einzige. Auch Yvonne Catterfeld und Henning Wehland, der zuvor mit seiner Band H-Blocks nur Englisch gesungen hatte, veröffentlichten erstmals deutschsprachige Alben.

Sasha Foto Olaf Heine

Nun also auch Sasha. Der 1972 als Sascha Schmitz in Soest geborene Sänger war zwei Jahrzehnte lang mit international ausgerichteter Popmusik überaus erfolgreich, wovon zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen sowie Preise von Echo bis Bambi zeugen, Und auch sein Rock’n’Roll-Abenteuer unter dem Alias Dick Brave And The Backbeats landete hoch in den Charts. Dennoch nagte etwas in ihm. Denn in seiner Kindheit war er über seine radiohörende Mutter auch mit deutschem Schlager in Berührung gekommen. „Udo Jürgens hat mich indirekt zu dem Schritt, jetzt auf Deutsch zu singen, ermutigt“, sagt Sasha heute. „Ich bewundere ihn als einen der größten Sänger, die je in deutscher Sprache gesungen haben.“ Später waren es dann die deutschen Songs von Bands wie Selig oder Nationalgalerie, die Sasha beeindruckten.

Sasha Foto BMC

Doch erste Versuche, deutsche Lieder zu schreiben, schlugen damals katastrophal fehl, wie er heute gern erzählt. Erst 2015, inspiriert nicht zuletzt durch seine Teilnahme bei „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ (wo er gezwungen war, auf Deutsch zu singen), wagte Sasha einen Neuanfang auf Deutsch – und zwar ausgerechnet in Los Angeles. Dort arbeitete er mit seinem Kreativteam um die Autoren Robin Grubert und Ali Zuckowski (dem Sohn von Rolf Zuckowski) an den deutschen Songs, die nun auf dem Album „Schlüsselkind“ zu finden sind.

Sasha Foto Olaf Heine

Und wenn man diese nun hört, kann man nicht anders, als davor den Hut zu ziehen. Respekt! Sasha ist es tatsächlich gelungen, eine sehr eigene, persönliche Sprache zu finden. Ob autobiographisch geprägte Stücke wie der bewegende Titelsong „Schlüsselkind“ oder „Der Junge“ über das Wagnis, sich für eine Musikerlaufbahn zu entscheiden, oder zu Herzen gehende Liebeslieder wie „Polaroid“ oder „Nichtgeschwindigkeit“, die mit originellen Worten das Liebesglück klischeefrei zu Papier bringen – Sasha erweist sich als Sänger, bei dem man glauben könnte, er habe schon immer auf Deutsch gesungen.

Sasha Foto Olaf Heine

Auch musikalisch gehört der neue Longplayer zu den besten Alben von Sasha. Alle Songs gehen sofort ins Ohr, sind hervorragend gesungen und bei den Arrangements herrscht ein analoger Geist mit vielen Gitarren, einem groovigen Schlagzeug, Streichern und Bläsern. Bisweilen lassen die 70er schön grüßen, wenn es zurück in selige Disco-Zeiten geht und der Funk-Faktor bei Sasha voll durchschlägt. Der stets Soul-betonte Pop passt perfekt zu den Texten. Sashas Wiedergeburt ist voll und ganz geglückt. Dieses Album hätte es verdient, ähnlich durch die Decke zu gehen wie Sarah Connors „Muttersprache“.

Und zum Schluss rasch noch ein Hinweis auf die Deluxe Edition des Albums: Eine zweite CD bietet acht weitere Songs, darunter eine Version von „Schlüsselkind“ mit Gast-Rapper Nico Suave, plus Coverversionen aus den TV-Shows „Sing meinen Song“ und „Nena - Nichts versäumt“, bei denen Sasha etwa mit seiner Fassung des Nena-Klassikers „Lass mich dein Pirat sein“ schon vor „Schlüsselkind“ unter Beweis gestellt hatte, dass er es eben auch auf Deutsch kann.

Hier können Sie die CD „Schlüsselkind“ von Sasha direkt bestellen:


(1., 3. u. 4. Foto v. oben: Olaf Heine;
2. Foto v. oben: BMC
)

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