Steirerbluat
Felix Nottensteiner: "Bei mir zu Gast, liebe Zuschauer, hier oben auf der Tressdorfer Alm, die Gruppe „Steirerbluat“. Zu meiner Linken sitzt der Christian, hier haben wir den Michael, den Gebhart, den Mike und Josi. Ganz schön, dass ihr da seid. Jetzt muss ich allen voran schon mal fragen, wie seid ihr den auf den Namen „Steirerbluat“ gekommen. Das klingt ja schon so ein bisschen leidenschaftlich und patriotisch."
Christian Hütter: "Ja, in der Steiermark ist das so. Es gibt, glaub ich, schon 150 Jahre, länger als es die Steiermark gibt, zwei Sprüche. Der Erste: Steirerbluat ist kein Himbeersaft. Und der zweite: Steirerbluat ist keine Nudelsuppe. Von daher kommt es. Wir haben uns für den Namen entschlossen, weil man es nicht definieren kann, wie viele Bandmitglieder gibt es, zwei Musiker, sind es sechs Musiker? Und man kann auch nicht definieren, ist es reine Volksmusik, ist es Hartrock, Schlager, popige Musik. Es ist nicht definierbar und das war für uns die Voraussetzung, dass wir gesagt haben, dieser Name passt. Man kann alles damit machen."
Nottensteiner: "Im Jahr 1997 wurde die Band „Steirerbluat“ gegründet. Wer von den Ursprungsmitgliedern ist denn eigentlich noch dabei?"
Hütter: "Ich (lacht dabei). Drei Jahre später ist dann der Gebi und der Michi dazugekommen und dann ein bisschen später der Josi und Mike. Und ich muss sagen, das funktioniert sehr gut."
Nottensteiner: "Mit eurem ersten Album „Volle Pulle“ habt ihr in Österreich wahrlich volle Pulle Gas gegeben. Was war das für ein Gefühl, eine eigene CD auf dem Markt zu haben?"
Hütter: "Es war ein schönes Gefühl. Es war immer mein Ziel. Ich habe vorher jahrelang schon immer Musik gemacht, auf Hochzeiten gespielt und auf diversen Veranstaltungen. Aber irgendwann war mir das zu fad, weil ich dann gesagt habe, ich möchte was Eigenes machen. Und habe dann diese CD herausgebracht. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, es war schön, ein sehr schönes Gefühl auf dieser CD-Präsentation. Und dann war es eigentlich so, dass wir das Motto hatten, fast jedes Jahr eine CD zu produzieren."
Nottensteiner: "Ein Jahr später habt ihr dann beim österreichischen Vorentscheid des Grand Prix der Volksmusik mitgemacht. Zwar seid ihr nicht ins Finale gekommen, aber mit euerm Titel „I mog di Sonn“ habt ihr ja auch noch mal volle Pulle Gas gegeben. Hat man gemerkt, dass ab dann eine Veränderung da war? Ward ihr dann motiviert und eurer Meinung nach auf dem richtigen Weg?"
Hütter: "Es war sicher eine Veränderung da. Da waren Veranstalter, die sicherlich auf uns aufmerksam geworden sind. Ich kann mich noch zurückdenken, das war die erste große Fernsehsendung, und es war der einzige Grand Prix der live zu singen war. Das war schon damals ein bisschen eine Herausforderung. Die erste große Live-Sendung zu singen und ich war nervös. Ich hör mich heute noch singen (lacht dabei)."
Nottensteiner: "In den schönen oder in den Alpträumen?"
Hütter: "Beides! Ja, und das ist dann definitiv alles so weitergegangen und das war schon sehr schön. Das hat gepasst."
Nottensteiner: "Ein Jahr später dann, 1999, habt ihr euern ersten großen Hit gelandet „ I will leb´n“ und genau diesen Titel den covert gerade DJ Ötzi. Wie kam es denn bitte dazu?"
Hütter: "Der Titel ist jetzt fast zehn Jahre alt, der begleitet uns jetzt wirklich schon fast 10 Jahre mit „Steirerbluat“. Der ist schon so alt, ja. Der DJ Ötzi wollte das schon vor vier, fünf Jahren mal machen, wir haben aber immer nein gesagt und jetzt haben wir gesagt, okay, machen wir es einfach. Denn ich glaube, die Zeit ist jetzt reif dafür, obwohl er nicht die Originalversion machen darf, denn wir haben für ihn und auch für Deutschland einen eigenen Text geschrieben. Ich bin der Meinung, das Original soll bei „Steirerbluat“ bleiben und das sind wir und das soll so bleiben."
Nottensteiner: "Macht es einen denn stolz, wenn ein Großer wie der DJ Ötzi eure Titel interpretiert?"
Hütter: "Ich würde sagen, es macht generell stolz, es ist ja nicht nur der DJ Ötzi der mittlerweile Lieder von uns singt. In Österreich gibt es ja sehr viele Musikgruppen. Es gibt ja kaum ein Duo, ein Trio, die nicht unsere Lieder spielen, seit vielen, vielen Jahren. Aber es ist natürlich ein ganz besonderer Anreiz, wenn gerade der DJ Ötzi von uns das macht. Da weiß man, dass man auf den richtigen Weg ist, dass man mit Herz gearbeitet hat und dass da ein bisschen was weiter gegeben wird."
Nottensteiner: "Aber warum habt ihr das Album denn nicht selber in Deutschland herausgebracht?"
Hütter: "Das war so. „Steirerbluat“ gibt es jetzt zehn Jahre, wir haben uns immer hauptsächlich auf Österreich konzentriert. Und wir haben eigentlich für Deutschland nicht die Kraft gehabt. Es ist sehr viel Arbeit wenn man da draußen Fuß fassen will. Aber jetzt ist einfach die Zeit reif und jetzt werden wir natürlich versuchen, Deutschland zu erobern."
Nottensteiner: "Du hast gerade gesagt, seit zehn Jahren gibt es die Band. Jetzt wollt ihr Deutschland angreifen. Warum hat es denn eurer Meinung nach so lange gedauert? Warum zehn Jahre ins Land gehen lassen und nicht auch nach Deutschland produziert?"
Hütter: "Ich glaube, man muss sich zuhause erst einmal ein Fundament aufbauen. Und es müssen dich zuhause in Österreich erst einmal die Leute kennen. Und das ist mittlerweile so. Es gibt eigentlich kein Bundesland, wo uns die Leute nicht kennen. Und es ist ja nicht so, dass uns die Leute in Deutschland nicht kennen. Man kennt uns schon auch in Deutschland. Aber der Funke ist vielleicht noch nicht so rübergesprungen, aber das wird jetzt natürlich kommen."
Nottensteiner: "In Österreich gehört ihr ja schon zu den ganz Großen in der Branche."
Hütter: "Ja, und jetzt werden wir natürlich versuchen, dass es auch in Deutschland so sein wird."
Nottensteiner: "Ich drück euch ganz fest die Daumen. Ich bin aber sicher, das schafft ihr. Was war denn bisher euer größtes Highlight?"
Hütter: "Da gibt es viele Highlights. Was uns spontan einfällt, wir waren fünf Wochen in Amerika. Wir haben in Las Vegas gespielt. Ich muss sagen, das war schon ein ganz ein tolles Erlebnis, fünf Wochen dort zu gastieren. Jeden Tag Musik machen."
Michael Eibinger: "Eine neue Erfahrung!" (lacht dabei)
Nottensteiner: "Warum war es eine neue Erfahrung?"
Eibinger: "Ja, weil ich dann ein Jahr lang verheiratet war." (lacht)
Nottensteiner: "Okay, also das sind ja schon einschneidende Veränderungen!"
Eibinger: "Ja, teure vor allem." (alle lachen)
Nottensteiner: "Das Jahr 2008 ist bei euch ein ganz besonderes, denn es geht auf den deutschen Markt. Ihr bringt ein neues Album raus mit dem Titel „Ich will dich - 10 Jahre“. Ist denn auch geplant, in Deutschland auf Tournee zu gehen?"
Hütter: "Ja, freilich. Wir sind heuer einige Mal in Deutschland, aber ich würde sagen, einfach bei uns auf die Homepage schauen unter www.steiererbluat.at oder steirerbluat.de, für uns ist beides möglich, da sind alle Live-Termine vorhanden."
Nottensteiner: "Was wird denn auf diesem neuen Doppel-Album alles zu hören sein?"
Hütter: "Es wird für jeden wieder was dabei sein. Es ist so richtig vom Schmusesong bis in die Diskothek und der popige Schlager, alles dabei. Es wird auch was Volkstümliches dabei sein und natürlich auch das Urechte von „Steirerbluat“, so ein bisschen so das Rockige der Volksmusik, so wie man uns natürlich kennt. Das wird wieder bunt gemischt."
Nottensteiner: "Auf so was Rockiges von euch, da hätte ich jetzt richtig Lust! Liebe Zuschauer, geht es Ihnen genauso? Ich weiß, ich überrumpele euch jetzt so ein bisschen, aber wollt ihr uns nicht live hier unplugged was spielen? Irgendwas vom neuen Album?"
Hütter: "Können wir machen. Es gibt normal ein altes Sprichwort. (greift zur Gitarre)"
Nottensteiner: "Und das heißt?"
Hütter: „Ohne Geld keine Musik!“
(Alle singen „Ich hol dir vom Himmel die Sterne“)
Nottensteiner: "Vielen, vielen herzlichen Dank. Ich drück euch ganz fest die Daumen für das Jahr 2008, dieses besondere Jahr für euch. Dass ihr auch den Durchbruch in Deutschland schafft. Aber ich bin sicher, das kriegt ihr hin. Vielen Dank, dass ihr da ward."
Hütter: "Danke auch."