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Michael Wendler - Jackpot

CD - Michael Wendler - Jackpot

„Viele Fans kenne ich, weil sie immer wieder kommen, weil sie immer da sind, wenn der Wendler auftritt. Sie sind zwischen 18 und 81 und kopieren meine Bewegungen. Das hier ist kein Konzert. Es ist ein Ritual, ein Gottesdienst: Der Wendler ist da.“

Diese Zeilen aus Michael Wendlers Buch „Die Faust des Schlagers“ zeugen von einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, und der selbsternannte König des Popschlagers erntete für dieses Werk nicht nur Lob. Aber Polarisieren gehört zum Konzept des Gesamtkunstwerkes Michael Wendler. Genauso wie perfekt produzierter Synthie-Pop. Womit wir beim Thema wären:

Jackpot“ heißt das neue Album von Michael Wendler, und 1A in Szene gesetzte elektronische Sounds und Rhythmen stehen wie schon bei den Vorgängeralben im Vordergrund. Das mag der eine oder andere Rezensent für monoton halten, aber hey: Deutschland hat eine lange Tradition in elektronischer Musik, man denke nur an Kraftwerk in den 70ern oder die Techno-Bewegung der 90er. Liebhabern dieser Musikgattung seien also ganz unabhängig von Stimme oder Text die peitschenden Rhythmen, wabernden Flächen und gekonnt eingesetzten „Special Effects“ ans Herz gelegt. Produzent des Soundspektakels ist Hermann Niesig, der bereits für frühere Erfolge von Michael Wendler verantwortlich zeichnete.

Das nur nebenbei. Was hat „der Wendler“ nun auf seiner neuen Scheibe zu bieten? Zunächst alles, was man von ihm erwartet: Eine markante Stimme, die über die Themen erfüllte oder unerfüllte Liebe und Geld singt. Aber gleich die erste Single „Piloten wie wir“ samt dazugehörigem Videoclip bringt so viel Originalität und Witz mit, dass auch Zweifler den Grund für Wendlers großen Erfolg nachvollziehen können: 1989 schrieb Dieter Bohlen den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest, den Nino de Angelo interpretierte. „Flieger“ hieß das Werk, das Nino übrigens 2007 noch einmal aufnahm. Wendlers „Piloten wie wir“ ist eine wunderbare Persiflage auf diesen Song, die groteske Szenerie im Videoclip einer Science Fiction-Bar aus „Krieg der Sterne“ nachempfunden, und dann taucht auch noch ein Dieter Bohlen-Double auf (neben Heino- und Wolfgang Petry-Darstellern) – köstlich!

Aber der Wendler hat auch ruhigere Töne drauf, wie er mit der Ballade „Sommerregen“ beweist. Und man höre und staune: Einen kurzen Ausflug ins Rockige wagt er in „Wir aus dem Revier“. Das ist der Beitrag des Mannes aus Dinslaken zur Kulturhauptstadt 2010 und beginnt mit beinharten Gitarren in Anlehnung an „We Will Rock You“ von Queen. Es hätte dem Song gut getan, wenn die Gitarren hier auch die Oberhand behalten hätten und nicht ab Takt vier von elektronischen Sounds und Rhythmen überdeckt worden wären. Denn wie man im kurzen Intro hört, kann der Wendler auch auf verzerrte Gitarren singen. Bitte in Zukunft mehr davon!

Zu gefallen weiß auch die Midtempo-Nummer „Diese Nacht schreit deinen Namen“, auf der Michael Wendler von einem Background-Chor erster Güte unterstützt wird.

Medientrubel um seine Person und sein Privatleben und Enthüllungsbuch auf der einen Seite – Musik auf der anderen. Beides gehört zusammen und macht aus Michael Wendler erst das zitierte Gesamtkunstwerk. Einen gewichtigen musikalischen Beitrag hat er gerade wieder geleistet, und wir denken: Musik kann der Wendler am besten.

Hier finden Sie Hörproben, Videos und mp3-Downloads und können die CD "Jackpot" von Michael Wendler direkt bestellen.

Schlagerparadies 2018