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Helene Fischer – „Weihnachten“

20. November 2015

Helene Fischer Cover Weihnachten

Helene Fischer legt mit „Weihnachten“ nicht nur ihr erstes Album zum Fest vor, sondern bereichert auch den Kanon der deutschsprachigen Weihnachtsalben.

Seit einigen Jahren präsentiert Helene Fischer zu Weihnachten ihre eigene Fernsehshow, bei der allerdings bislang trotz des Adventstermins keine Weihnachtslieder auf dem Programm standen. Falls das daran gelegen haben sollte, dass die Schlagerkönigin einfach keine weihnachtlichen Lieder im Programm hatte, so kann sie nun aus dem Vollen schöpfen. Denn Helene Fischer hat unter dem bezeichnenden Titel „Weihnachten“ eine glanzvolle Doppel-CD randvoll mit Songs zu dem Thema aufgenommen, die ihresgleichen sucht.

Helene Fischer Foto 2015 Kristian Schuller

Während andere Künstler sich bei ihren Weihnachtsalben oft entweder für den christlich geprägten Katalog an Weihnachtslieder oder für die Pop-Tradition der angloamerikanischen Christmas Songs entschieden, so hat die Erfolgssängerin (deren 2013 veröffentlichtes Album „Farbenspiel“ auch noch 2015 der meistverkaufte Longplayer in Deutschland werden dürfte) sich die Freiheit genommen, einfach beides zu machen. So bietet CD eins eher klassische Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“, mit der das Album dann auch stimmungsvoll anhebt, während Disc zwei all die Christmas Hits wie „Last Christmas“ und Co. enthält.

Helene Fischer Foto 2015 Kristian Schuller

Dabei spricht es für die musikalische Perfektionistin Helene Fischer, dass das Album trotz dieser klaren Trennung nicht in zwei Hälfen zerfällt. Denn der andachtsvolle Sound und die prächtigen Arrangements ziehen sich wie ein roter Faden durch beide CDs, die wie aus einem Guss klingen. Obwohl mit dem Royal Philharmonic Orchestra ein großer und renommierter Klangkörper mit vielen Streichern zum Einsatz kommt, halten sich die in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommenen Stücke in ihrem Weihnachtsprunk doch dezent zurück. Helene Fischers „Weihnachten“ ist ein eher getragenes Album geworden. Auch ihre hier beinahe wie das Organ einer klassischen Sängerin klingende Stimme ordnet sich den Lieder und ihrer Aussage unter. Offenbar wollte sie ganz bewusst kein modernes Weihnachtsalbum mit Dance-Beats oder Rockgitarren aufnehmen, sondern hat sich auf die gute alte Weihnachtstradition besonnen. Und das ist ihr auf bewundernswerte Art und Weise gelungen.

Helene Fischer Foto 2015 Kristian Schuller

Trotz des feierlichen Ernsts gibt es aber auch genügend leichte und lockere Momente. Schließlich ist Weihnachten auch ein Fest der Freude und der Fröhlichkeit. Bereits auf der ersten CD verbreitet „Fröhliche Weihnacht überall“ entsprechend gute Laune und bei „Lasst uns froh und munter sein“ kommt erstmals ein swingendes Jazz-Feeling auf, das dann die meisten Interpretationen auf Disc zwei prägt. Auf diese Weise gelingt es ihr, auch für Stücke wie „Last Christmas“ oder „Driving Home For Christmas“ neue, verzaubernde Ansätze zu finden.

Helene Fischer Foto 2015 Kristian Schuller

Duette mit Xavier Naidoo, Ricky Martin und Placido Domingo sowie den Archivstimmen von Bing Crosby und Frank Sinatra werten das Album zusätzlich auf, auch wenn es letztlich die Stimme und die Vision von Helene Fischer sind, die dieses Album zu einem Hochgenuss machen. Ihr „Weihnachten“ reiht sich damit in die ewige Bestenliste der klassischen deutschen Weihnachtsalben von Udo Jürgens, Vicky Leandros, Roy Black, Freddy Quinn, Peter Alexander, Anita, Karel Gott, Nana Mouskouri oder Mireille Mathieu ein.

Und wer sehen will, wie Helene Fischer diese Stücke live umsetzt, braucht nicht lange zu warten. Denn bereits am 4. Dezember erscheint auf DVD und Blu-ray ein Mitschnitt eines Weihnachtskonzerts, das Helene Fischer bereits Ende Oktober in der Wiener Hofburg gegeben hat.

(Fotos Helene Fischer: Kristian Schuller)

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