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Andrea Berg – “Mosaik”

05. April 2019

Andrea Berg Cover Mosaik

Nach der Trennung von Dieter Bohlen stand Andrea Berg unter Druck, an die gemeinsamen Erfolge anzuknüpfen. Das gelingt ihr auf „Mosaik“ voll und ganz.

Wenn ein Künstler sagt (oder ein Kritiker schreibt), das neue Album sei „persönlich“, ist das oft kaum mehr als eine Floskel. Denn Alben und Lieder sind eh immer der Ausdruck einer künstlerischen Persönlichkeit, die über die Musik ein Ventil gefunden hat, sich selber, aber auch den Zuhörern etwas mitzuteilen – unabhängig von der jeweiligen Botschaft. Insofern waren die Veröffentlichungen von Andrea Berg immer persönlich.

Andrea Berg Foto BMC

Ihr neues und bereits 17. Album darf man jedoch mit Fug und Recht als wirklich persönlich bezeichnen. Denn anders als etwa ihre Kollegin Helene Fischer, die bei ihrem gleichnamigen Album von 2017 zwar letztlich für alle Songs verantwortlich zeichnet, aber als Autorin nur sehr wenig beigesteuert hat, war die Sängerin aus Krefeld bei allen Songs involviert, ja, bei drei der 15 Lieder auf der Standardedition von „Mosaik“ steht sie sogar als alleinige Urheberin bei den Autorenangaben; andere hat sie unter anderem mit Rene Baumann alias DJ Bobo und Xavier Naidoo geschrieben.

Andrea Berg Foto BMC

Nun ist dieser Umstand, dass die 53-Jährige sich als Autorin bei allen Songs eingebracht hat, noch kein Qualitätsurteil (und im Umkehrschluss muss auch ein Album, für das ein Sänger keinen einzigen Song geschrieben hat, schlecht sein). Doch im Falle von Andrea Berg und „Mosaik“ ist das bedeutsam. Denn nach der Trennung von Dieter Bohlen, der in acht Jahren vier Alben mit ihr produziert hat, steht das neue Werk auf einem harten Prüfstand: Kann sie auch ohne ihn?

Andrea Berg Foto BMC

Und ob sie kann, heißt die klare Antwort. So wie die Trennung von ihrem langjährigen Produzenten Eugen Römer einst zu einer künstlerischen Weiterentwicklung – und zu noch mehr Erfolgen mit Dieter Bohlen – geführt hat, so steht auch „Mosaik“, an dem Andrea Berg und ihr Team zwei Jahre lang gearbeitet haben, gleichsam für eine Wiedergeburt an kreativer Energie und musikalischem Feuer. Alle Tracks sind extrem modern produziert und programmiert, tanzbar und weitestgehend elektronisch – Andrea Berg steht mit ihrer Soundästhetik mit beiden Beinen fest im 21. Jahrhundert.

Andrea Berg Foto BMC

Gleich das erste Stück, zugleich der Titelsong, zieht mächtig nach vorn, überzeugt aber auch mit einer starken Melodie, womit die Künstlerin dann zumindest in dieser Hinsicht doch in der Tradition der Schlagergeschichte steht, bei der eingängige Melodien stets groß geschrieben wurden. Und davon hat das neue Album gleich etliche zu bieten. „Ab sofort wird geliebt“ (einer der von Andrea Berg allein geschriebenen Songs) punktet mit einem Refrain, den man nach dem ersten Hören nicht mehr vergisst. Und auch textlich braucht sich das neue Album hinter keinem der aktuellen Deutschpop-Alben zu verstecken – im Gegenteil. Das Sprachbild, „In jedem Scherbenmeer seh’ ich ein Mosaik“ (aus besagtem Titelsong) ist mehr als gelungen und setzt die von Andrea Berg seit jeher vertretene Botschaft des Muthabens, des Weitermachens auch nach Rückschlägen perfekt um. Aber auch Lieder, die das Leben und die Liebe feiern wie etwa „Lass uns keine Zeit verlieren“ oder das an in seinem jugendlichen Elan beinahe an ihre Stiefschwiegertochter Vanessa Mai erinnernde „Jung, verliebt und frei“ stehen für die Art von Songs, die inspirieren und Kraft geben. Und mit Stücken wie „Das Wunder des Lebens“ unterstreicht Andrea Berg noch einmal, dass sie eine herausragende Balladensängerin ist.

Dieses Attribut gilt auch für „Mosaik“ als Album: Es ist eine herausragende Songsammlung, mit der Andrea Berg einen weiteren künstlerischen Gipfel erklommen hat.

Hier können Sie die CD „Mosaik“ von Andrea Berg direkt bestellen:


(Fotos Andrea Berg: BMC)

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