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Die Priester – „Das Beste“

09. November 2018

Die Priester Cover Das Beste

Die stimmig zusammengestellte Auswahl aus den vier Alben der Priester macht noch einmal klar, dass sie auch rein musikalisch viel zu geben haben.

Neben dem Volkslied ist die Kirchenmusik eine der Säulen in der Entwicklung der Musik im Laufe der Jahrhunderte. Vor allem das Harmoniesystem, das einst in den Klöstern und Kirchen entstand, wurde zur Grundlage der klassischen Musik. Doch auch im 20. und 21. Jahrhundert kam die Geschichte der im religiösen Kontext geschriebenen, aufgeführten und genutzten Musik keineswegs zum Stillstand. Immer wieder kam es zu Neuentwicklungen und Verjüngungen aller Art. Es gab frische Lieder für die Chorbewegung, singende Nonnen in den Charts oder Konstellationen wie die Guano Apes mit Michael Mittermeier, die das Spiritual „Kum Ba Yah“ 2001 verrockt haben.

Die Priester

Kurzum: Die Musikwelt hatte schon einiges in dem Segment gesehen und gehört, doch als im Jahr 2011 ein Trio aus drei Priestern, das sich den sinnigen Namen Die Priester gegeben hatte, von sich reden machte, waren doch viele überrascht. Denn auf Initiative des Zisterzienser Mönchs Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz und des damaligen römischen Abtprimas Notker Wolf (der schon einmal mit den leibhaftigen Deep Purple zu „Smoke On The Water“ live an der Gitarre gerockt hat) kamen Pater Rhabanus Petri, Pater Vianney Meister und der Wiener Priester Andreas Schätzle zusammen und sangen modern produzierte Musik, die ihre Wurzeln in der kirchlichen Tradition zwar nicht verleugnete, aber eben doch auch immer eine Brücke baute zur Gegenwart.

Die Priester

Noch überraschender als die Musik an sich war dann der große Erfolg der Formation, deren Debütalbum „Spiritus Dei“ in Deutschland und Österreich Gold holte. Die Priester hatten offenbar einen Nerv in einer sich immer schneller drehenden Welt getroffen, indem sie religiös inspirierte Lieder des Innehaltens und der Entschleunigung dagegen setzten. Nach dem Debüt folgten drei weitere Longplayer, der letzte, „Möge die Straße“, erschien 2017.

Die Priester

Aus diesen Alben haben die drei Priester nun persönlich Stücke für eine Best-Of-CD ausgesucht, mit denen sie ein bestimmtes Ziel verfolgen, wie sie selber erzählen: „Wir haben Musik und Lieder so ausgewählt, dass sie wie ein Gebet zu Gott führen sollen, das Kontemplative und Mystische der christlichen Liturgie und des Gedankenguts transportieren. Andererseits wollten wir mit mehr weltlichen Liedern aber auch unsere Vielseitigkeit zeigen.

Die Priester

In der Tat finden sich auf „Das Beste“ dann neben Chorälen wie „Glorificamus Te“, Kirchenliedern wie „Jesus bleibet mein Freude“ auch ihre ganz speziellen Fassungen von Pop-Hits wie „Über sieben Brücken musst du gehen“ von Karat und Peter Maffay oder „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo, bei denen die drei Priester auch ihren mit beeindruckendem Zusammenspiel der Stimmen in absoluter Harmonie überzeugen. Ein perfektes Beispiel des Priester-Ansatzes ist auch ihr gebethaftes „Dein Reich komme, Vater“, das melodisch wie auch durch das unaufdringliche, aber effektive Arrangement seine Hörer erreicht – egal, ob dieser weltanschaulich nun mit ihnen auf einer Wellenlänge liegt oder nicht. Und das ist dann vielleicht die größte Leistung der Priester, dass sie es nämlich mit ihrem ganz eigenen Sound geschafft haben, auch musikalisch ihre Zuhörer zu erreichen. Dadurch haben sie zugleich ein neues, zeitgenössisches Kapitel der Kirchenmusik aufgeschlagen, wofür ihnen neben dem Segen von ganz oben sicherlich auch der Dank ihrer weltlichen Zuhörer sicher sein dürfte.

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