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Heino – „und Tschüss – Das letzte Album“

23. November 2018

Heino Cover und Tschüss

Heinos letztes Album ist keine wehmütige Abschiedsvorstellung geworden, vielmehr stellt er ein letztes Mal seine Musikalität und Vielfalt unter Beweis.

Er hat alles richtig gemacht: Vor seinem 80. Geburtstag am 13. Dezember hat Heino erklärt, dass er Schluss machen, seine gut 60-jährige Karriere beenden wolle – selbstbestimmt und ganz getreu dem alten Motto, dass man aufhören solle, wenn es am schönsten ist. Nun könnte man bei all den Erfolgen, die Heino zu allen Phasen seiner künstlerischen Laufbahn hatte, sicherlich darüber streiten, wann es denn für ihn am schönsten war, aber eines steht fest: In den vergangenen fünf Jahren, seitdem 2013 sein erstaunliches Comebackalbum „Mit freundlichen Grüßen“ erschienen war, hatte der gebürtige Düsseldorfer sicherlich eine schöne Phase in seiner Karriere erlebt – mit allem, was als Popstar so dazugehört: ein vergoldetes Album, ausverkaufte Konzerte und gar ein kleiner Skandal, weil er angeblich bei den Originalautoren der Hits, die er auf „Mit schönen Grüßen“ neu aufgenommen hatte, nicht um Erlaubnis gefragt hätte.

Heino Foto BMC

Dieser Vorwurf stellte sich dann als unbegründet heraus, aber ein Medienprofi wie Heino wird gewusst haben, dass Aufmerksamkeit nie schadet. Die wurde ihm auch zuteil, als danach ein Heavy-Metal-Album (das 2014 auf den Markt gebrachte „Schwarz blüht der Enzian“) oder ein Fußball-Album (das zwei Jahre später veröffentlichte „Arschkarte“) folgten. Doch „und Tschüss“ ist nun ein ganz anderes Album geworden, persönlicher und musikalischer. So zeichnete er persönlich für die Liederauswahl verantwortlich. Deswegen haben es viele seiner Lieblingsstücke auf das modern produzierte Album geschafft, wobei der eine oder andere über den breitgefächerten Geschmack des Sängers überrascht sein dürfte.

Heino Foto Schneider-Press/Frank Rollitz

Ein gutes Beispiel dafür ist etwa der Neue-Deutsche-Welle-Klassiker „Da da da“ von Trio, ein Lied, das er immer lustig gefunden habe, wie er selber sagt, und das er nun in seinem ganz eigenen Gesangsstil mit der präzisen Artikulation und dem markant rollenden „R“ vorträgt. Gleichzeitig schlägt ein Bläsersatz eine Brücke zu der volkstümlichen Vergangenheit Heinos.

Heino Foto BMC

Ähnlich geht er auch bei „Sternenhimmel“ (im Original von Hubert Kah)“ oder dem Kraftwerk-Klassiker „Das Model“ vor. Das Faszinierende an dem Longplayer ist jedoch seine Vielseitigkeit – so als ob Heino bei seinem letzten Album keine Rücksicht mehr nehmen wollte auf Erwartungen von Fans, Kritikern oder der Plattenfirma. Denn er interpretiert auch mit viel Gefühl Xavier Naidoos Überballade „Dieser Weg“ oder rockt sich durch „Tage wie diese“ von jener anderen Düsseldorfer Institution, den Toten Hosen. Nicht minder überrascht er jedoch mit seiner mächtig swingenden Version des Brecht/Weill-Evergreens „Mackie Messer“, um dann, begleitet von einer akustischen Gitarre, mit einer bewegenden Version von „La Paloma“ aufzutrumpfen.

Heino und Hannelore Foto Schneider-Press/Frank Rollitz

Mehr Musik aus seiner musikalischen Vergangenheit findet bietet übrigens die Deluxe-Version des Albums, bei der sich auf einer zweiten Disc zahlreiche Titel seiner glorreichen Volksmusik- und Schlagertage finden – von „Nun ade du mein lieb Heimatland“ bis „Mohikana Shalali“.

Echte Größe beweist Heino dann auch im letzten Lied seines letzten Albums, bei dem er seiner geliebten Frau Hannelore (Foto unten) das Mikrophon überlässt, die dort mit viel Herzblut Hildegard KnefsFür dich soll’s rote Rosen regnen“ für ihren Ehemann vorträgt. Das ist ein Wunsch, dem man sich anschließen möchte – nicht nur weil Heino mit „Und tschüss“ einen würdevollen Abschied hinbekommen hat, sondern auch, weil er wie nur wenige andere Künstler die deutsche Musikkultur der vergangenen 60 Jahre geprägt hat.

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(Heino 1. u. 3. Foto v. oben: BMC;
2. Foto v. oben/Foto unten: Schneider-Press/Frank Rollitz
)

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