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Laszlo – „Herzschlag“

09. September 2016

Cover Laszlo Herzschlag

Das einstige Adoro-Mitglied Laszlo hat mit „Herzschlag“ ein Album aufgenommen, bei dem der Tenor Klassik, Pop und Soundtrack-Musik zusammenführt.

Hinter dem unscheinbar wie exotisch klingenden Vornamen steckt der Tenor Laszlo Maleczky, der bis zum Jahr 2013 sechs Jahre lang einer der Sänger der Klassik/Pop-Crossoverformation Adoro war, die auf 1,8 Millionen verkaufte Alben zurückblicken kann. Die klassisch geschulte Stimme des Sängers, der 1965 als Sohn ungarischstämmiger Eltern in Stockholm geboren wurde, aber im Alter von zwei Jahren nach Wien kam, prägte den Sound des mit Gold und Platin überschütteten Quintetts. Aber Laszlo wollte mehr.

Laszlo Foto Felicitas Matern

Schon bei der letzten Veröffentlichung mit Adoro, dem 2012 erschienenen Album „Träume“, zeichnete er als Co-Autor für die beiden Lieder „Die Liebe ist eine Rose“ und „Ich lebe für dich“ verantwortlich. Bei seinem Solodebüt, „Herzschlag“, ist der Künstler nun sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat etwas völlig Eigenes, ja Neues geschaffen. Inspiriert dazu hat ihn seine Heimatstadt Wien, wie er selbst erzählt: „Wien ist eine unnachahmliche Mischung. Hier hast du das extrem Traditionelle neben einem pulsierenden, lebendigen Modernen.

Und genau diese Mischung findet sich auf „Herzschlag“. Das Album ist eben kein Heurigen-seliges Wien-Album voller Hof-Walzer und Strauß-Märsche, sondern eine Verbindung der alten klassischen Tradition mit einer absolut zeitgenössischen Adaptionen von Soundtrack-Musik im Stile von Komponisten wie Hans Zimmer („König der Löwen“, „The Dark Knight“), David Arnold („James Bond“) oder Klaus Badelt („Gladiator“, „Piraten der Karibik“).

Laszlo Foto Felicitas Matern

Auch wenn er mit der New-Wave-Hymne „Vienna“ dann doch eine explizite Wien-Huldigung auf dem Album untergebracht hat (die sogar noch dramatischer klingt als das Original von Ultravox aus dem Jahr 1981), so muss man das Wien-Konzept eher im übertragenen Sinne verstehen, weil Laszlo in seiner Musik Alt und Neu zusammenführt - genau wie die Stadt, wo Jahrhunderte alte Bauten neben aktueller Architektur stehen.

So hat der Heldentenor bei der Songauswahl nicht in vergangenen Jahrhunderten gesucht, sondern ist im Hier und Jetzt fündig geworden. Er hat Stücke wie „Angel“ von Robbie Williams, „It’s My Life“ von Bon Jovi, „It Must Have Been Love“ von Roxette oder „Everything I Do (I Do It For You)“ von Bryan Adams genommen, deutsche Texte dafür geschrieben und sie mit einer orchestralen Klangpalette, aber eben auch unter der Zuhilfenahmen von elektronischen Beats, neu erschaffen.

Laszlo Foto Felicitas Matern

Auf dem Album gibt es nun zum einen Songs wie „Zerbrochenes Glas“ oder „Für mich bist du wunderschön“, die perfekt zu einem rasanten Action-Film in Cinemascope passen würden, weil hier rhythmische Streicherwände auf pulsierende Bässe treffen und hymnische Chöre gleichsam für einen Breitwandeffekt sorgen. Zugleich bietet die CD aber auch ruhige Stücke wie seine „Angel“-Fassung, „Mein Engel lacht“, bei der er der Versuchung widersteht, den Pathosfaktor auszureizen, sondern vielmehr durch ein zurückgenommenes Arrangement und den Zauber seiner emotionalen wie kraftvollen Stimme überzeugt.

Und auch für eine Überraschung ist Laszlo, der einen Großteil der deutschen Texte geschrieben und auch das gesamte Album produziert hat, immer gut. So gelingt es ihm, aus dem Tokio-Hotel-Hit „Durch den Monsun“ eine ergreifende Arie zu machen, und bei seiner Interpretation des Elvis-Presley/Pet-Shop-Boys-Klassikers „Always On My Mind“ singt er bei „Wie mei Herzschlag“ gar im Dialekt.

Auf diesen Mann sollte man auch in Zukunft achten. Denn so wie er Genres überbrückt, Alt und Neu zusammenführt und mit persönlichen Texten Geschichten erzählen kann, verbirgt sich hinter dem Namen Laszlo eben auch ein großer Künstler, der mühelos die Herzen seiner Zuhörer erreicht.

Hier können Sie die CD „Herzschlag“ von Laszlo direkt bestellen:


(Fotos Laszlo: Felicitas Matern)

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