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Leonard – „Lerne im Regen tanzen“

14. September 2018

Leonard Cover Lerne im Regen tanzen

Mit einem vor Kreativität und Vielfalt strotzendem Doppelalbum setzt der Schweizer Leonard internationale Maßstäbe im Bereich moderner Schlager.

Die Schweiz kann Schlager. Das haben Künstler wie einst das Trio Peter, Sue & Marc oder Paola bis zu heutigen Stars wie Francine Jordi, Beatrice Egli, Linda Fäh oder den Calimeros längst eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In dieser Riege darf ein Sänger nicht fehlen, auch wenn er in Deutschland noch nicht ganz so populär ist wie in seiner Heimat: Leonard.

Leonard 2014

Der 1964 in Seedorf im Kanton Uri geborene Sänger, Songwriter und Moderator hat sich allerdings auch hierzulande eine treue Fangemeinde aufgebaut, die gerade in den vergangenen Jahren beständig gewachsen ist – und das mit gutem Grund. Denn Leonard, der seit 1988 sage und schreibe bereits rund 25 Alben auf den Markt gebracht hat, konnte gerade mit seinen letzten Veröffentlichungen wie „Noch lange nicht alles“ oder „Auf meinem Weg“ bei Fans wie Kritikern punkten.

Leonard

Nun hat er mit „Lerne im Regen zu tanzen“ ein neues Album aufgenommen, das in seiner schieren Vielfalt und seiner überbordenden Kreativität diese sogar noch übertrifft. Das sieht man schon daran, dass „Lerne im Regen tanzen“ ein Doppelalbum geworden ist – ein Format, das es im Schlager eher selten gibt, wenn man einmal von Best-Of-Zusammenstellungen absieht. Während sich auf CD eins 14 neue, ausschließlich von ihm selber geschriebene und getextete Lieder finden, so bietet Disc zwei 13 ebenfalls von ihm selber komponierte Instrumentalstücke, eine im Schlager ebenfalls ungewöhnliche Praxis. Diese decken stilistisch ein breites Spektrum ab, laden aber in ihrer gekonnten Harmonik zum Träumen oder Grooven ein und feiern vor allem die Schönheit von Musik an sich.

Leonard in STARTREFF aus Mülenen

Doch auch bei den 14 Gesangsstücken zeigt sich die Meisterschaft von Leonard als Songwriter, dem stets neue, einprägsame Melodien einzufallen scheinen und der auch bei den Texten immer eine Sprache abseits der Klischees findet. Gleich der einleitende Titelsong ist ein Beispiel dafür, wie man mit einer stimmigen Metapher, nämlich dem Bild, dass man lernen soll, „im Regen zu tanzen“, Mut macht, sich über die Widrigkeiten des Lebens hinwegzusetzen. Andererseits ist Leonard kein Beschwörer einer heilen Welt. So schwingt etwa bei dem Urlaubs-Song „Drei Wochen lang“ unterschwellig Melancholie mit, wenn er etwa – umgesetzt in eine passende Melodie – daran erinnert, dass „doch alles im Leben nur geliehen ist“.

Leonard

Positiv aus dem Rahmen fällt auch „Sag mir wann“, eine längst überfällige Abrechnung mit dem Internet und den sogenannten Sozialen Medien. In dem Lied beschreibt er eine Lebenswelt, in der man zwar Facebook-Freunde, aber „kaum mehr echte Freunde“ hat, weswegen Leonard mahnt: „Wann fängst du an, wieder richtig zu leben?“ Weitere absolute Höhepunkte eines Albums, das auch bei den Arrangements moderne Sounds und Rhythmen mit der Schlagertradition der alten Schule verbindet, sind das in seiner Melodik an die Golden Jahre des Schlagers erinnernde „Was du Freiheit nennst“, in dem der Sänger vor einem Leben ohne Liebe warnt, und das ganz ohne Pathos auskommende Friedenslied „Lass die Kinder singen“. Mit gesellschaftskritischen Untertönen setzt der Künstler hier seine Hoffnung in die Kinder – und bringt zugleich die Botschaft an seine erwachsenen Hörer unter, stets das Gute zu tun, damit die Welt ein Stücken besser wird.

Leonard ist mit seinem neuen Album ein Meisterwerk gelungen, das in seiner musikalischen und textlichen Qualität aufzeigt, was modernen Schlager ausmacht. Da spielt es im Grunde keine Rolle, dass es aus der Schweiz kommt, denn dieses Doppelalbum genügt in der Tat internationalen Maßstäben.

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Schlagerparadies 2018