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Mary Roos – „Keine Abschiedstour“

01. März 2019

Mary Roos Cover Keine Abschiedstournee

Es gibt einen Grund, warum eine Best-Of-Sammlung mit Musik ihrer zwölf Alben für das Label da music nun ausgerechnet „Keine Abschiedstour“ heißt.

Vor Kurzem löste die Meldung „Mary Roos beendet Karriere“ eine Schockwelle aus. Nicht nur war Mary Roos seit Jahrzehnten eine der beliebtesten deutschen Künstlerinnen überhaupt, gerade in den vergangenen Jahren eilte sie von Erfolg zu Erfolg. Dazu gehörte ihr preisgekröntes Bühnenprogramm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ mit dem Comedian Wolfgang Trepper, von Fans wie Kritikern hoch bewertete Alben wie etwa das 2018 veröffentlichte „Abenteuer Unvernunft“, ihr sympathischer Auftritt in der Vox-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ und zuletzt die Ankündigung, im 60. Jahr ihrer Karriere erstmals auf eine eigene Tournee mit Liveband zu gehen.

Mary Roos Foto Schneider Press Frank Rollitz

Nun ist diese erste Tour also zugleich ihre letzte – gleichsam eine Abschiedstour. Wie kommt man da auf die Idee, eine neue Doppel-CD mit insgesamt 40 Liedern aus den Jahren 1995 bis 2017 ausgerechnet „Keine Abschiedstour“ zu nennen? Nun, die Antwort ist ganz einfach. Denn auf ihrem 2017 erschienenen Album „Nur noch Zugaben“ findet sich mit „Keine Abschiedstour“ das Lied, das der neuen Best-Of nun den vermeintlich irreführenden Titel gab und diese dann gleich auch eröffnet. Und sicher, in dem Song heißt es, dass es keine „Greatest Hits“, keine „Abschiedstour“ geben werde, aber das sind letztlich auch Metaphern dafür, dass es im Leben immer weiter geht, dass es nie zu spät ist, etwas Neues anzufangen.

Mary Roos Foto BMC

Und gemäß dieser Maxime hat Mary Roos immer schon gehandelt – im Leben wie in der Karriere. Denn nach der Geburt ihres Sohnes Julian (der heute zu ihrem Managementteam gehört) zog sie sich Ende der 80er-Jahre aus der Öffentlichkeit zurück, um sich als Mutter um ihn zu kümmern. Als Julian, der gemeinsame Sohn aus ihrer Ehe mit Werner „Gottlieb Wendehals“ Böhm, aus dem Gröbsten raus war, kehrte sie in die Musikwelt zurück und entschied sich 1992 dabei ganz bewusst für ein kleineres Label, da music, das der Künstlerin alle Freiheiten ließ, nachdem sie sonst bei Branchengrößen wie CBS, Electrola oder Polydor unter Vertrag stand.

Mary Roos Foto Manfred Esser

Bei der Firma aus Diepholz erschienen seitdem zwölf reguläre Studioalben, wobei die neue Zusammenstellung nun einen Schwerpunkt auf die Arbeiten der vergangenen knapp 25 Jahre legt. Und diese Songs zeichnen ein faszinierendes Bild einer Künstlerin, die immer bereit war, ins Risiko zu gehen und Neues auszuprobieren. Autobiographisches wie „In der Mitte meines Lebens“, Witziges wie „Merkste selber“ oder Tanzbares wie „Weit, weit weg“ bilden stilistisch wie thematisch ein breites Spektrum. Sogar ein mutiger Song wie „Sie tun es immer noch“, in dem es um Sex im Alter geht, fällt nicht aus der Reihe, da Mary Roos noch nie ein Blatt vor den Mund genommen hat – nicht in ihren Interviews und auch nicht in ihren Liedern.

Mary Roos Foto BMC

Kurzum, es gibt viel zu entdecken bei diesen 40 Liedern. Gerade weil die beiden CDs nicht ihre ganz großen Klassiker aus den 60ern, 70ern und 80ern enthalten, die eh in keiner guten Schlager- und Chanson-Sammlung fehlen dürfen, zeichnen sie ein frisches und abwechslungsreiches Bild von Mary Roos. Und auch wenn sich die Künstlerin nun verabschiedet, mit Zusammenstellungen wie dieser und ihrer unvergänglichen Musik erlaubt sie uns eben doch immer wieder kleine Abschiedstouren – und sei es vor der heimischen Stereoanlage.

Hier können Sie die CD „Keine Abschiedstour“ von Mary Roos direkt bestellen:


(Foto Mary Roos oben: Schneider Press/Frank Rollitz;
2. Foto Mary Roos v. oben/Foto unten: BMC;
2. Foto Mary Roos v. unten: Manfred Esser
)

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