Jetzt auf Sendung

Melissa Naschenweng – „Wirbelwind“

11. Januar 2019

Melissa Naschenweng Cover Wirbelwind

Wie ihr Landsmann Andreas Gabalier schert sich Melissa Naschenweng nicht um Genregrenzen und bringt Schlager, Volksmusik, Rock, Pop und Dance zusammen.

Ist da irgendwo in Österreich ein Nest? Denn Künstler aus der Alpenrepublik wie etwa Andreas Gabalier oder Hannah haben in den vergangenen zehn Jahren die Grenzen zwischen Schlager und Volksmusik auf der einen Seite sowie Rock, Pop, Dance und allerlei anderen zeitgenössischen Genres auf der anderen Seite eingerissen und dadurch den Weg freigemacht für eine neue, spannende sowie offene Musikszene. Dazu gehört seit einigen Jahren zweifelsohne auch Melissa Naschenweng, die nun mit „Wirbelwind“ ihr viertes Studioalbum aufgenommen hat, das genauso daherkommt, wie es der Albumtitel ankündigt.

Melissa Naschenweng Foto Schneider Press Frank Rollitz

Denn der Sound der 28-Jährigen, die in Lesachtal in Kärnten aufgewachsen ist und seit dem sechsten Lebensjahr die steirische Ziehharmonika spielt, verbindet diese beiden Welten auf ihrem neuen Album noch stärker als auf den Vorgängeralben „Gänsehautgefühl“ (2014) und „Kunterbunt“ (2017). Tanzbare Beats, gern auch mit Latin/Reggaeton-Flair à la „Despacito“, treffen auf rockige E-Gitarren, auch wenn ihre pinkfarbene Steirische das prägende Instrument auf dem Album bleibt. Und bereits auf den ersten drei Songs gibt sie damit Vollgas: Das Heimatlied „Die Welt is a schöner Ort“ ist eine flotte Uptempo-Nummer mit durchgehender Bassdrum, während die Emanzipationshymne „Gott is a Dirndl“ und der Partykracher „El Fuego“ (spanisch für: Das Feuer) mit südländischem Rhythmen punkten.

Melissa Naschenweng Foto Schneider Press/Frank Rollitz

Doch gleich das nächste Lied macht klar, dass die Sängerin, Musikerin und Songwriterin auch ganz anders kann: „Schutzengel“, einer der bewegendsten Titel auf der ganzen CD, ist eine Ballade, die anhand von tödlichen Unfallgeschichten vor zur hoher Geschwindigkeit beim Autofahren warnt, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger die Moralkeule zu schwingen. Gleichzeitig nimmt sie sich als selbstbewusste junge Frau die Freiheit heraus, anspielungsreich ihr „Lustschloss“ (Songtitel) zu bauen, oder in dem witzigen Wortspiel „Bauer of Love“ unverblümt zu fordern: „Ich will die Nacht mir dir riskieren, mit dir komm’ ich nicht zum Schlaf, du bist mein Bauer of Love.

Melissa Naschenweng Foto Dieter Kulmer

Ja, die Bauern haben es ihr offenbar angetan. So war der ebenfalls auf dem Album enthaltene Song „Ich will ’nen Bauern als Mann“ (eine unterhaltsame Version des Gitte-Klassikers „Ich will ’nen Cowboy als Mann“) der Titelsong der 15. Staffel der österreichischen Ausgabe von „Bauer sucht Frau“; und „I steh auf Bergbauerbuam“ – eine Absage an geschnieglte Stadtmänner – kann man getrost als zustimmenden Kommentar auf die von Andreas Gabalier gepriesenen „Bergbauerbuam“ auffassen.

Melissa Naschenweng Foto Dieter Kulmer

Kurzum, das neue Album von Melissa Naschenweng macht gerade in dieser verführerischen Vielfalt und der künstlerischen Freiheit, zwischen den Welten zu wandern, ungemein viel Spaß. Die beiden Dance-Bonustracks – einer davon die von ihrer Harmonika geprägte Interpretation des EDM-Hits „More Than You Know“ des schwedischen DJ- Duos Axwell & Ingrosso – passen da bestens ins Bild. Diese Frau macht, was sie will, und wie sie es macht, ist großartig. Mit „Wirbelwind“ hat Melissa Naschenweng im noch jungen Jahr 2019 einen ersten Höhepunkt gesetzt, den man so schnell nicht vergessen dürfte.

Hier können Sie die CD „Wirbelwind“ von Melissa Naschenweng direkt bestellen:


(Melissa Naschenweng 1. u. 2. Foto v. oben: Schneider Press/Frank Rollitz;
Melissa Naschenweng 1. u. 2. Foto v. unten: Dieter Kulmer
)

Geschenkidee.de
Sale 468x60
GLTV auf amazon channels