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Stefanie Hertel – „Kopf hoch, Krone auf und weiter“

02. November 2018

Stefanie Hertel Cover Kopf hoch, Krone auf und weiter

Auf ihrem neuen Album verarbeitet Stefanie Hertel den Tod ihrer Mutter, doch „Kopf hoch, Krone auf und weiter“ ist kein Traueralbum geworden.

Sie gehört zu den wenigen Künstlern, bei denen man nie weiß, was man erwarten kann, wenn man ein neues Album von ihr auflegt. Denn Stefanie Hertel ist eine Künstlerin, die statt auf Nummer sicher immer voll ins Risiko geht, nicht irgendwelchen Marketingplänen, sondern ihrer künstlerischen Vision folgt. So bekam von ihr in den vergangenen Jahren mal alpinen „Dirndlrock“ zu hören (um mit einem fetzigen Titel ihrer CD „Moment mal“ von 2013 zu sprechen), mal ging es ins heimische Vogtland, dem sie auf „Mein Vogtland - Mei Haamet“ 2016 ein musikalisches Denkmal zwischen Tradition und Moderne setzte.

Stefanie Hertel Foto German Popp

Nun also „Kopf hoch, Krone auf und weiter“ – ein auf den ersten Blick ungewöhnlicher Albumtitel, der sich aber rasch aufklärt und Sinn ergibt, wenn man die Geschichte hinter dem Album kennt, denn das optimistische, mutmachende Lied, das Hertels Freundin Jutta Staudenmayer für sie geschrieben hat, drängte sich als Titelsong nachgerade auf, nachdem Stefanie Hertel Ende 2017 ihre Mutter und im selben Jahr auch einen engen Freund verloren hatte. „Dieses Lied hat mich von Anfang an begeistert, weil es diesen Spruch beinhaltet, den ich wirklich sehr mag. Egal, was passiert, lass dich nicht umhauen: Kopf hoch, Krone auf und weiter“, erzählt die vielfältig begabte Künstlerin, die sich auch als Moderatorin unter anderem für Gute Laune TV einen guten Namen gemacht hat.

Stefanie und Eberhard Hertel Foto Samit Khatib

Auch das von ihr selber geschriebene Lied, „Ich will dich wieder lachen seh’n“, ein bewegendes Duett mit ihrem Vater Eberhard Hertel (2. Foto v. oben), thematisiert den Verlust ihrer Mutter. Doch genauso wie die Schlussnummer auf dem Album, „Adieu“, die sich ebenfalls um das Thema Abschiednehmen und Loslassenkönnen dreht, sind alle diese Stücke alles andere als wehmütige Trauer-Songs – im Gegenteil, sie vermitteln vielmehr Lebensfreude und die Kraft, trotzdem weiterzumachen. Dafür steht auch der rockig/poppig gehaltene Song „Que Sera“: Was immer auch sein wird, es wird weitergehen – übrigens keine Coverversion des unvergänglichen Doris-Day-Songs von 1956. Dafür steckt allerdings hinter „Stille nach dem Sturm“ eine Originalversion, die Stefanie Hertel mit viel Einfühlungsvermögen ins Deutsche übertragen hat. Denn das Original ist der beim ESC 2014 zweitplatzierte Titel „Calm After The Storm“ von den Common Linnets.

Stefanie Hertel Dirndlrockband Foto Sami Khatib

Die Fähigkeit der niederländischen Formation, Wohlfühl-Country mit eingängigen Pop-Melodien und flotten Rhythmen zu verbinden, trifft dann auch auf große Teile des Albums von Stefanie Hertel zu. Hier dominieren echte Instrumente, die Gitarren dürfen auch mal losrocken, mit gängigen, vor allem auf die Tanzfläche zielenden Partyschlager hat das nichts zu tun. Und das ist auch gut so. Denn die 39-Jährige, die einst ihre Karriere mit dem volkstümlichen Bachl, über das ein Brückerl geht, begonnen hat, ist über die Jahre zu einer echten, eigenständigen Künstlerin gereift, die für sich einen individuellen Sound gefunden hat. Mit persönlichen Liedern schafft sie es mühelos, dass die Menschen sich mit diesen identifizieren. Egal, wohin die Zukunft sie führen wird und welche musikalischen Projekte sie als nächste in Angriff nehmen wird, mit Stefanie Hertel als einer selbstbestimmten Künstlerin, die nur ihrer Muse folgt, wird immer zu rechnen sein.

Hier können Sie die CD „Kopf hoch, Krone auf und weiter“ von Stefanie Hertel direkt bestellen:


(Foto Stefanie Hertel oben: German Popp;
weitere Fotos Stefanie Hertel und Eberhard Hertel: Samit Khatib
)

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