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Sund Yard – „Weihnachtslieder“

07. Dezember 2018

Sund Yard Cover Weihnachtslieder

Die Sängerin Elena Janis und der Pianist Wolfgang Torkler haben ein Weihnachtsalbum aufgenommen, das in seiner Stille umso gewichtiger wirkt.

Wenn sich zwei ungewöhnliche Musiker treffen, entsteht dabei auch ungewöhnliche Musik. Diese alte Faustregel gilt auch für die Sängerin Elena Janis und den Pianisten Wolfgang Torkler, die gemeinsam als Duo unter dem Projektnamen Sund Yard auftreten. Dabei ist gar nicht einmal die Jahrhunderte alte Kombination von einem Sänger, der sich von einem Pianisten begleiten lässt, das Ungewöhnliche, sondern vielmehr das Ergebnis, das in diesem Falle herausgekommen ist, wenn sich eine Jazzsängerin und ein klassisch ausgebildeter Pianist zusammentun und „Weihnachtslieder“ aufnehmen.

Sund Yard Foto Marlen Mieth

Denn hinter diesem vermeintlich schlichten Albumtitel steckt ein ganzes Universum an Musik, auch wenn auf der CD fast ausschließlich die Stimme von Elena Janis und das Klavierspiel von Wolfgang Torkler zu hören ist (zweimal gesellt sich lediglich ein Cello hinzu). Dass die beiden mit diesem minimalistischen Ansatz dennoch vom ersten bis zum letzten Ton des Albums berühren können, liegt auch an ihrer Geschichte, ihrer musikalischen Ausbildung. Während Elena Janis Jazzgesang studiert hat und Mitglied des renommierten Bundesjugendjazzorchesters unter der Leitung des 2010 verstorbenen Peter Herbolzheimer war, mit Liedern der Dichterin Else Lasker-Schüler auftritt und als Chorleiterin sowie Sprecherin arbeitet, blickt Wolfgang Torkler, der an der Hochschule für Musik in Dresden und der internationalen Eliteschmiede des Berklee College Of Music in Boston studierte, auf Auftritte als Solopianist, auf zahlreiche von ihm verfasste Film- und Bühnenmusiken sowie auf seine Zeit als musikalischer Begleiter bei Lesungen des jüngst verstorbenen Schauspielers Rolf Hoppe zurück.

Sund Yard Foto Marlen Mieth

Wenn man dann noch weiß, dass Janis und Torkler gemeinsam bereits in der Latin-Jazz-Band Tumba-ito Musik gemacht haben, bekommt man eine ungefähre Vorstellung von dem, was einen bei diesen „Weihnachtsliedern“ erwartet. Es ist keine Musik, die man nebenbei beim fröhlichen Geschenke-Auspacken auflegen könnte oder sollte. Nein, es ist vor allem Musik zum Zuhören, Mitfühlen und Nachdenken. Gerade durch die extrem reduzierten Arrangements von Stimme und Klavier entsteht eine beinahe religiöse Stille und eine Atmosphäre von Andacht und innerer Einkehr, wie sie eben auch zum Weihnachtsfest gehört (was man angesichts des Dauereinsatzes von „Last Christmas“ im Radio oder all den „Rock Christmas“-Zusammenstellungen manchmal vergessen könnte).

Sund Yard Foto Marlen Mieth

Zu dem stillen Ansatz, der gerade dadurch aber umso gewichtiger wirkt, passt auch die Liederauswahl. So finden sich auf dem Album meisterhaft reharmonisierte Interpretationen von klassischen Weihnachtstiteln wie „Maria durch ein Dornwald ging“, „Es kommt ein Schiff, geladen“, „Es ist ein Ros entsprungen“ oder der Martin Luther/Paul Gerhard-Komposition „Ich steh’ an deiner Krippen hier“, aber auch berührende Vertonungen von Gedichten Erich Kästners und einige Instrumentalkompositionen von Torkler.

Sund Yard Foto Marlen Mieth

Diese insgesamt 14 Weihnachtslieder ergeben ein Weihnachtsalbum, das im doppelten Sinne „klassisch“ ist: Zum einen weil es mit seiner Intensität und Musikalität eher dem Ansatz der Klassik folgt, zum anderen, weil es (hoffentlich) in den Kanon der klassischen deutschen Weihnachtsalben aufgenommen wird. Denn Elena Janis und Wolfgang Torkler ist nicht nur ein ungewöhnliches, sondern ein außergewöhnliches Album gelungen – und zwar ein außergewöhnlich gutes.

Hier können Sie die CD „Weihnachtslieder“ von Sund Yard direkt bestellen.

(Fotos: Marlen Mieth)

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