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Wind – „Millionen Momente“

17. Mai 2019

Wind Cover Millionen Momente

Die ESC-Legende Wind stand von jeher für hohe musikalische Qualität. Und die fällt auf „Millionen Momente“ noch einige Windstärken höher aus.

Über die Jahrzehnte wechselten die Besetzungen von Wind wie der, nun ja, Wind. Abgesehen von der männlichen Konstante Andreas Lebbing, der seit 1987 dabei ist, als die Formation mit dem Titel „Lass die Sonne in dein Herz“ bereits zum zweiten Mal Eurovision-Geschichte schrieb, gab es vor allem bei den Frauen an seiner Seite immer wieder neue Gesichter. Doch mit Carolin Frölian gehört nun auch schon seit 2010 eine Sängerin und Autorin fest zu Wind, deren Stimme den Sound der aktuellen Besetzung mitprägt.

WIND 2019 Foto Patrick Feiter

Neu an Bord für „Millionen Momente“, dem aktuellen Album des Trios, ist nun Jasmin Kneepkens, die Mitte 2018 die Nachfolge von Julia Breuer und deren Vorgängerin Lena-Marie Engel angetreten ist. Das Faszinierende an der Wind-Geschichte ist nun aber, dass die jeweiligen Besetzung gar nicht das einzig Entscheidende war: Denn seit der Gründung für den Eurovision Song Contest 1985, bei dem ihr Lied „Für alle“ Platz zwei erreichte, stand und stehen Wind immer für einen modernen und melodiebetonten Sound zwischen Schlager und Pop.

WIND 2019 Foto Patrick Feiter

Und anders als bei den Anfängen, als Wind vor allem ein Vehikel ihrer Produzenten (zunächst Hanne Haller und dann Ralph Siegel) waren, liegt die kreative Verantwortung heute bei den Bandmitgliedern. So haben Lebbing und Frölian (fast) alle Songs selber geschrieben, wobei Lebbing zusätzlich für die Produzentenrolle verantwortlich zeichnet. Und was dabei herausgekommen ist, kann sich mehr als hören lassen. „Millionen Momente“ ist nämlich ein überdurchschnittliches Album geworden, das sich souverän zwischen flotten, tanzbaren Produktionen („SOS (Was kann mein Herz dafür“)), vielschichtig arrangierten Midtempo-Nummern („Spiel für mich Piano“) und gefühlsbetonten Balladen („Flieger aus Papier“) bewegt.

WIND 2019 Foto Patrick Feiter

Mit dem bewegenden Schlusstitel, „Innamorato“, bei dem Wind mit dem Metropole Orchestra unter der Leitung von Maurice Luttikhuis zusammengearbeitet haben, ist sogar ein richtig symphonisches Werk auf dem Album vertreten, das aber noch viele weitere Höhepunkte bietet. Dazu gehört mit Sicherheit der Titelsong, der mit seinen akustischen Gitarren, dem mitreißenden Wechselspiel zwischen den drei Stimmen und einer Melodie punktet, der man sich kaum entziehen kann. Herausragend ist auch „In einem himmelblauen Cadillac“, eine Hymne auf Lust und Liebe im Elektro-Latin-Feeling mit 20er-Jahre-Flair.

WIND 2019 Foto Patrick Feiter

Mit diesem Stilmix heben sich Wind wohltuend von der zunehmend austauschbar produzierten Discofox-Welle ab, die immer noch glaubt, eine durchlaufende Bassdrum allein würde schon für Party-Stimmung sorgen. Bei Wind hingegen zeichnet die Kombination aus überragendem Songwriting, den drei großartigen Stimmen und den liebevoll ausgearbeiteten Arrangements sowie die Verbindung des Besten aus der Schlager- und Pop-Tradition mit den Sounds und Grooves der Gegenwart die Qualität der Formation aus. Damit hat es Wind – um noch einmal in einer angemessenen Bildersprache zu bleiben – hinaufgeweht in luftige, musikalische Höhen.

Hier können Sie die CD „Millionen Momente“ von Wind direkt bestellen:


(Fotos: Patrick Feiter)

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