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Wolfgang Petry – „Genau jetzt!“

30. November 2018

Wolfgang Petry Cover Genau jetzt!

Mit „Genau jetzt!“ erreicht Wolfgang Petry einen neuen Karrierehöhepunkt, was am überragenden Songmaterial und der musikalischen Freiheit des Albums liegt.

Ein neues Album von Wolfgang Petry ist immer noch etwas ganz Besonderes. Sicher, ein neues Werk des heute 67-Jährigen mag keine Sensation mehr sein, einfach weil er zuletzt nie ganz weg war. Denn nach seinem überraschenden Comeback im Jahr 2014 mit der CD „Einmal noch!“, für die er überwiegend alte Titel neu aufgenommen oder neu gemischt hatte, folgten gleich noch zwei weitere Alben (wenn man mal die Hitkopplungen und ein Tributalbum außen vor lässt): 2015 erschien zunächst „Brandneu“ mit komplett neugeschriebenen Liedern.

Wolfgang Petry Foto Na Klar Records

Und 2017 kam das englischsprachige, von amerikanischer Country-, Blues und Rockmusik beeinflusste Album „Happy Man“ auf den Markt, für das der in Köln geborene Sänger das Pseudonym Pete Wolf verwendete. Es erreichte in den Offiziellen Deutschen Charts zwar nur Rang 65 und fiel nach nur einer Woche auch bereits wieder aus der Hitliste heraus. Dennoch ist gerade „Happy Man“ eine wichtige Vorstufe zum neuen Album, weil Wolfgang Petry sich stilistisch darauf endgültig freigeschwommen hat. Er hat darauf gezeigt, dass er jetzt nur noch die Musik machen will, die er machen will, und dass er musikalisch keine Grenzen kennt.

Wolfgang Petry Foto Na Klar Records

Deswegen ist die Werbekampagne, der zufolge „Genau jetzt!“ Petrys „Rückkehr zum Schlager“ markiere, nicht wirklich zielführend. Das fängt schon mit der Problematik an, zu definieren, was überhaupt „Schlager“ ist. Was auch immer man darunter versteht: Schlager ist nicht mehr das, was Wolfgang Petry machte, als er 1976 mit „Sommer in der Stadt“ einen ersten großen Hit hatte, aber auch nicht mehr das Genre, das Petry in den 90er-Jahren mit seiner Rock-Annäherung revolutionierte. Nein, „Genau jetzt“ ist einfach ein Wolfgang-Petry-Album geworden, bei dem jeder Song, jeder Text zu 100 Prozent Wolfgang Petry ist. Man könnte auch ganz einfach sagen, Wolfgang Petry spielt in einer eigenen Klasse, einer Liga für sich.

Wolfgang Petry Foto Na Klar Records

Der Sound kann dabei – in der „Happy Man“-Nachfolge – bisweilen wirklich rockig sein, bei „Ich atme“ (das es in einer Duettversion mit Heino übrigens auch auf dessen neuem Album zu hören gibt) klingen sogar dezente Metal-Einflüsse an. Aber genau so finden sich überaus melodiöse, ja zärtlich-poetische Elemente. Wolfgang Petry geht da seinen ganz eigenen Weg und hat auf diese Weise Songs geschaffen, die zu seinen persönlichsten, überraschendsten und vielleicht auch besten gehören.

Wolfgang Petry Foto Manfred Esser

Da wäre etwa die denkwürdige Geschichte von „Leonie“, bei der der Protagonist des Songs nicht landen kann, weil sie Frauen bevorzugt. Oder die melancholische Erzählung eines alt gewordenen „Clowns“, der trotzdem nicht den Lebensmut verloren hat, weil er die Menschen glücklich macht. Eine klassische Petry-Situation schildert auch „Wo sind denn all die Helden“, eine Abrechnung mit der Ex, die vergeblich auf einen Märchenprinz gewartet hat und nun zum Verlassenen zurückkehrt, der sich dann möglicherweise doch als „ein ganz normaler Held“ entpuppt. Zu den Höhepunkten des Albums gehört auch das hymnische „Gebet“, das ein Zeichen setzt gegen fanatische Religionsausübung und für Toleranz sowie für ein friedliches Miteinander.

Es ist die schiere Qualität all dieser Songs, die letztlich die Klasse des Albums ausmacht. So ist die sensationelle Nachricht bei „Genau jetzt!“ dann auch nicht die, dass es ein neues Album von Wolfgang Petry gibt, sondern vielmehr die, dass es ein sensationelles Album geworden ist.

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(Foto unten Wolfgang Petry: Manfred Esser;
alle weiteren Fotos Wolfgang Petry: Na Klar Records
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